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Interner UN-Bericht : Taliban töteten vermutlich mehr als 100 Staatsdiener

  • Aktualisiert am

Taliban-Kämpfer Mitte vergangener Woche in Kabul. Bild: AFP

Mehr als 100 ehemalige Staatsangestellte sind von den Taliban seit deren Machtübernahme außergerichtlich hingerichtet worden. Das berichtet UN-Generalsekretär Guterres. Er beruft sich auf „glaubwürdige Anschuldigungen“.

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          Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan sind nach UN-Angaben wohl mehr als 100 ehemalige staatliche Angestellte außergerichtlich getötet worden. „Mehr als zwei Drittel dieser außergerichtlichen Tötungen sollen von den De-facto-Machthabern oder ihren Unterorganisationen begangen worden sein“, heißt es in einem internen Bericht von Generalsekretär António Guterres an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Bei mehr als 50 Tötungen stünden Dschihadisten mit Verbindungen zum Islamischen Staat unter Verdacht.

          Die Vereinten Nationen berufen sich auf „glaubwürdige Anschuldigungen“, die die UN-Mission in dem Land seit Mitte August bezüglich ehemaliger Regierungsmitglieder, Sicherheitskräfte und Militärs erreicht hätten. Auch Menschenrechtler und Journalisten seien in den vergangenen Monaten „angegriffen, eingeschüchtert, schikaniert, willkürlich festgenommen, misshandelt und getötet“ worden, hieß es weiter. Hier zählten die UN acht Mitglieder zivilgesellschaftlicher Organisationen und zwei Medienschaffende, die durch die Taliban, Islamisten oder Unbekannte ums Leben kamen.

          Die schwere sozioökonomische Krise in Afghanistan könne nach Ansicht von Guterres nur dann überwunden werden, wenn die Taliban international nicht weiter isoliert würden: „Die Entwicklung eines konstruktiven Dialogs zwischen den De-facto-Machthabern, anderen afghanischen Interessengruppen, der Region und der internationalen Gemeinschaft“ sei von entscheidender Bedeutung, sagte Guterres. Er schlug eine neue Struktur der Präsenz der Vereinten Nationen in Afghanistan vor, durch die auf der einen Seite die politische Entwicklung und auf der anderen die humanitäre Hilfe koordiniert werden sollten.

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