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UN-Sicherheitsrat : China und Amerika greifen sich ungewöhnlich scharf an

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Die Sitzung des UN-Sicherheitsrates, hier noch 2019 in New York – ohne Hygienmaßnahmen. Bild: dpa

„Sie haben schon genug Ärger in die Welt gebracht“: Im UN-Sicherheitsrat finden die amerikanischen und chinesischen Botschafter direkte Worte – und nähren damit den Konflikt zwischen beiden Ländern.

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          China und Amerika haben sich im UN-Sicherheitsrat gegenseitig mit ungewöhnlich scharfen Vorwürfen überzogen. Besonders der chinesische Botschafter Zhang Jun sorgte mit direkten Worten zu den amerikanischen Vorwürfen gegen Peking im Kampf gegen das Coronavirus für Aufsehen. „Die Vereinigten Staaten haben ein politisches Virus verbreitet“, sagte Zhang am Donnerstag bei einer Sitzung des mächtigsten UN-Gremiums zur globalen Sicherheit in der Corona-Pandemie.

          Amerika hätte mit den Vorwürfen gegen China globale Konfrontation und Spaltung geschaffen. Die Trump-Regierung sei für jedes Covid-19-Todesopfer allein verantwortlich und in der Welt komplett isoliert. Probleme würden nicht gelöst, indem man andere beschuldige. „Genug ist genug, Sie haben schon genug Ärger in die Welt gebracht“, so Zhang.

          Zuvor hatte die amerikanische UN-Botschafterin Kelly Craft ihrerseits harsche Worte an den Sicherheitsrat gerichtet, deren Mitgliedsstaaten ihre Vorträge ihrer Ansicht nach für nationale politische Zwecke missbraucht hatten. „Schande über Sie alle. Ich bin erstaunt und vom Inhalt der heutigen Diskussion angewidert. Tatsächlich bin ich ziemlich beschämt für diesen Rat.“ Später bekräftigte sie die Position, China habe die Welt trotz besseren Wissens beim Coronavirus belogen und dessen Ausbreitung damit vorangetrieben.

          In den vergangenen Monaten hatten sich die Beziehungen zwischen Amerika und China auch wegen der Corona-Pandemie massiv verschlechtert. Präsident Donald Trump hatte das Coronavirus unter anderem wiederholt als „China-Virus“ bezeichnet. Der Konflikt berührt mittlerweile fast jeden Aspekt der Beziehungen zwischen den beiden Großmächten.

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