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UN-Resolution zu Corona : Deutschland startet neuen Vorstoß

  • Aktualisiert am

Heiko Maas beim Rückflug von Valencia nach Berlin. Bild: dpa

Außenminister Heiko Maas hält es für ein Armutszeugnis, dass der UN-Sicherheitsrat zu Corona „sprachlos“ bleibt. An der Pandemie sind unterdessen mehr als eine halbe Million Menschen gestorben.

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          Deutschland will einen neuen Vorstoß für eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Corona-Pandemie starten. Es sei ein „Armutszeugnis“ für den Sicherheitsrat, dass er sich bei diesem wichtigen globalen Thema bisher nicht einig geworden sei, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Es kann nicht sein, dass der Sicherheitsrat sprachlos bleibt, wenn die ganze Welt es mit einer solchen Pandemie zu tun hat.“

          Deutschland übernimmt am 1. Juli für einen Monat den Vorsitz in dem wichtigsten UN-Gremium. Eine Corona-Resolution ist bisher an einem Streit zwischen den Vereinigten Staaten und China gescheitert, in dem es vor allem um die Rolle der Weltgesundheitsorganisation WHO geht. Amerikas Präsident Donald Trump wirft der WHO vor, im Sinne Chinas zu handeln, und will sie nicht in einer Resolution erwähnt sehen.

          „Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass der Sicherheitsrat kurz vor der Handlungsunfähigkeit steht“, sagte Maas. „In den großen, aktuellen Krisen wie Syrien oder Corona wird der Sicherheitsrat nicht mehr den Ansprüchen gerecht, die man an ihn haben müsste. Es gibt eine dauerhafte Selbstblockade - mal von der einen, mal von der anderen Seite.“

          Die Rolle der Weltgesundheitsorganisation WHO steht im Zentrum des Streits zwischen China und den Vereinigten Staaten.
          Die Rolle der Weltgesundheitsorganisation WHO steht im Zentrum des Streits zwischen China und den Vereinigten Staaten. : Bild: EPA

          Unterdessen sind mittlerweile weltweit bereits mehr als eine halbe Million Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Sonntagnachmittag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Zuvor hatte die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen am Sonntag bereits erstmals die Marke von 10 Millionen überschritten. Ein Viertel der Infektionen wurden aus den Vereinigten Staaten gemeldet, wo sich die Pandemie weiter rasch ausbreitet.

          Dort sind auch mit 125.000 Menschen die meisten Opfer zu beklagen. An zweiter Stelle lag Brasilien mit 57 000 Toten, gefolgt von Großbritannien mit knapp 44 000 Opfern.

          Die Opferzahl in den Vereinigten Staaten, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher. In den Vereinigten Staaten starben den Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge rund 38 Menschen pro 100 000 Einwohner. In Großbritannien liegt dieser Wert gerundet bei 66, in Italien bei 57 und in Schweden bei 52 - in Deutschland hingegen bei 11.

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