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Iran, Israel und Syrien : UN-Generalsekretär warnt vor neuem Flächenbrand

  • Aktualisiert am

Aufnahmen im syrischen Fernsehen, die vom syrischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellt wurden. Sie sollen syrische Luftabwehrraketen in Damaskus im Einsatz zeigen. Bild: dpa

Das Iran-Abkommen steht nach dem Rückzug der Amerikaner vor dem Aus. Israel greift iranische Einheiten in Syrien an. Droht ein neuer Flächenbrand in Nahost?

          UN-Generalsekretär António Guterres hat die Konfliktparteien im Nahen Osten zu einem sofortigen Ende der Feindseligkeiten aufgerufen und vor einem „neuen Flächenbrand“ in der Region gewarnt. Guterres habe die Berichte über die Angriffe auf den Golanhöhen und in Syrien in der Nacht zum Donnerstag mit größter Besorgnis verfolgt, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric. Die anschließende Normalisierung der Lage wiederum habe der UN-Chef „mit Erleichterung“ aufgenommen, heißt es in der am Donnerstagabend verbreiteten Erklärung.

          Jegliche Provokationen müssten vermieden werden, „um einen neuen Flächenbrand in einer bereits jetzt in schreckliche Konflikte verwickelten Region zu verhindern“, forderte Guterres. Der UN-Sicherheitsrat müsse die Lage wachsam verfolgen und seinen Verpflichtungen nach der UN-Charta nachkommen, erklärte Guterres. Eine Dringlichkeitssitzung wurde bislang nicht einberufen.

          Die israelische Armee hatte in der Nacht zum Donnerstag ihre bislang größte Militäroffensive auf mutmaßliche iranische Ziele in Syrien gestartet. Nach israelischen Angaben reagierte das Militär damit auf iranische Angriffe auf israelische Stellungen auf den besetzten Golanhöhen. Demnach hätten zuvor die in Syrien stationierten Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden mehrere israelische Armeeposten auf den Golan-Höhen mit Raketen angegriffen. Nach Worten des israelischen Verteidigungsministers Avigdor Lieberman wurde fast die komplette iranische Infrastruktur in Syrien getroffen. Israels UN-Botschafter Danny Danon forderte Guterres und den Sicherheitsrat zu einer Verurteilung der iranischen Raketenangriffe auf die Golanhöhen auf. Das „aggressive Handeln Irans“ müsse verurteilt werden. Zudem müsse der Sicherheitsrat Iran auffordern, sich militärisch aus Syrien zurückzuziehen.

          Iran dementiert Beteiligung an Angriffen auf Israel

          Das iranische Außenministerium hat am Freitag eine iranische Beteiligung an den Raketenangriffen auf israelische Armeeposten tags zuvor auf den Golanhöhen dementiert. Israel benutze „frei-erfundene und grundlose“ Unterstellungen, um Angriffe auf syrische Ziele zu rechtfertigen, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi am Freitag. Ghassemi kritisiere auch die Reaktion der internationalen Gemeinschaft. „Mit solchen Reaktionen wird dem zionistischen Regime (Israel) nur grünes Licht für weitere Aggressionen gegeben, die die Region nur unsicherer und instabiler machen“, wird der Sprecher auf der Internetseite des iranischen Außenministeriums zitiert.

          Eine ähnliche Reaktion gab es am Donnerstag auch vom Sicherheitsausschuss des iranischen Parlaments. „Das ist eine weitere Lüge des zionistischen Regimes für Propagandazwecke (gegen den Iran)“, behauptete Ausschusssprecher Mohammad Nobandegani. Iran habe keine militärischen Stützpunkte in Syrien, sondern lediglich militärische Berater.

          Derweil hat die Europäische Union das Recht des jüdischen Staates auf Selbstverteidigung betont. Die Berichte über die erstmaligen direkten Angriffe iranischer Einheiten auf Israel von Syrien aus seien extrem besorgniserregend, sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini am Donnerstagabend in Brüssel. Israel habe jedoch ein Recht darauf, sich selbst zu verteidigen, betonte sie weiter. Ähnlich hatte sich zuvor schon Bundesaußenminister Heiko Maas geäußert, der die Angriffe auf die israelischen Streitkräfte als Provokation kritisierte.

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