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UN-Generalsekretär in Davos : „Das ist ein Rezept für eine Katastrophe“

  • Aktualisiert am

Der UN-Generalsekretär António Guterres beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Bild: Reuters

António Guterres ruft die Staats- und Regierungschefs dazu auf, stärker mit Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammenzuarbeiten – und warnt vor einer Entwicklung, die er für sehr gefährlich hält.

          Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat sich in seiner Ansprache auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos für einen stärkeren Multilateralismus ausgesprochen. Globale Herausforderungen wie der Klimawandel, die Massenbewegung von Menschen und Konflikte müssten von Staaten gemeinsam angegangen werden, betonte Guterres am Donnerstag. Ähnlich hatte sich am Mittwoch auch Bundeskanzlerin Angela Merkel geäußert.

          „Wir leben in einer Welt, in der die globalen Herausforderungen uns immer mehr aneinander binden, die Lösungsansätze jedoch immer weiter auseinanderdriften. Das ist ein Rezept für eine Katastrophe“, sagte Guterres. „Wir müssen zusammenarbeiten. Es ist unmöglich, isolierte Lösungen für diese verflochtenen Probleme zu finden.“

          Enttäuschung durch Ungleichheit

          Guterres wies auch darauf hin, dass Regierungen allein nur eine eingeschränkte Macht hätten. „Wir müssen die Stimmen und den Einfluss der Unternehmer, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft zusammenbringen.“ So entstehe ein inklusiver Multilateralismus.

          Die Herausforderung bestehe darin, zu verstehen, warum sich so große Teile der Welt gegen diesen stellten, sagte Guterres. Viele Menschen fühlten sich durch die große wirtschaftliche Ungleichheit in der Welt zurückgelassen und enttäuscht. „Diese Menschen müssen wir erreichen und ihnen zeigen, dass wir uns um sie sorgen.“

          Vor seiner Rede in Davos hatte der UN-Generalsekretär sich auch hinsichtlich der eskalierenden politischen Krise in Venezuela geäußert. Er forderte die Konfliktparteien in Venezuela zu Mäßigung und Gesprächsbereitschaft auf. Sie müssten die Spannungen abbauen und auf einen politischen Dialog setzen, um einen Ausweg aus der Krise zu finden. Gleichzeitig mahnte Guterres eine transparente und unabhängige Untersuchung der  Berichte über Todesopfer bei den Protesten gegen Präsident Nicolás Maduro an.

          In Davos tauschen sich noch bis Freitag mehr als 3000 Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft aus, darunter etwa 60 Staats- und Regierungschefs. Das Thema des Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums lautet „Globalisierung 4.0: Im Zeitalter der vierten industriellen Revolution eine neue globale Architektur schaffen“.

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