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Somalia : UN erklären drei weitere Regionen zu Hungergebieten

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Die Vereinten Nationen haben drei weitere Regionen Somalias zu Hungergebieten erklärt. Es sei wahrscheinlich, dass die Krise bis zum Ende diesen Jahres andauere, teilte das zuständige Welternährungsprogramm mit.

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          Die Hungersnot in Somalia breitet sich trotz der internationalen Hilfsbemühungen immer weiter aus. Die Vereinten Nationen erklärten drei weitere Regionen zu Hungergebieten. Es sei wahrscheinlich, dass sich die Katastrophe in den nächsten sechs Wochen auf den ganzen Süden des Landes ausweite und dort auch bis zum Ende des Jahres andauere, teilte die zuständige UN-Hilfsorganisation am Mittwoch mit.

          Die internationale Hilfe sei bislang unzureichend, weil ihr nicht in allen Regionen Zugang gewährt werde und es Probleme mit der Bereitstellung sowie der Finanzierung gebe. Die UN haben eine Luftbrücke zur Versorgung der Hunger leidenden Menschen in Somalia eingerichtet. Erschwert wird die Arbeit der Helfer, weil die radikal-islamische Al-Shabaab-Miliz in ihrem Einflussbereich die internationalen Organisationen nicht zulässt.

          Rund 3,6 Millionen Somalier, etwa die Hälfte der Bevölkerung Landes, leiden Hunger. Auch in Teilen Kenias und Äthiopiens ist die Hungersnot groß. Insgesamt sind rund zwölf Millionen Menschen von der schwersten Dürre seit Jahrzehnten am Horn von Afrika betroffen.

          UN fordern „Sicherheitsnetze“ für Dürreperioden

          Im Kampf gegen neue Hungerkatastrophen am Horn von Afrika wollen die Vereinten Nationen den Aufbau von strategischen „Sicherheitsnetzen“ vorantreiben. Die afrikanischen Regierungen und die internationale Gemeinschaft müssten mehr in Nahrungsreserven und Wassermanagement investieren, um Lebensmittelknappheiten in Dürrezeiten vorbeugen, sagte der neue Direktor des Welternährungsprogramms in Äthiopien (WFP), Abdou Dieng, am Donnerstag in Addis Abeba. Äthiopien hat nach Angaben von Dieng bereits in den vergangenen Jahren damit begonnen, solche Netze aufzubauen.

          Diese reichten aber nicht aus, um der derzeitigen Krise zu begegnen. „Es gibt Nahrungsreserven im Land, aber sie sind mittlerweile fast aufgebraucht“, erklärte der Senegalese. Dennoch erwartet Dieng nicht, dass in Äthiopien oder Kenia in absehbarer Zeit offiziell eine Hungersnot ausgerufen werden muss. In Somalia werde sich die Situation aber voraussichtlich weiter verschlimmern. „Wenn wir von einer Hungersnot sprechen, dann sprechen wir von Somalia“, sagte Dieng. In dem Bürgerkriegsland seien mehrere Faktoren zusammengekommen, die die Katastrophe ausgelöst hätten, darunter vor allem „Dürre gepaart mit politischen Konflikten“.

          Die UN hatte am Mittwoch in drei weiteren Regionen des Landes eine Hungersnot ausgerufen, darunter auch in der Hauptstadt Mogadischu. Vor zwei Wochen war bereits in zwei Regionen im Süden eine Hungersnot erklärt worden. „Wir fürchten, dass sich diese Situation noch auf andere Landesteile ausweiten wird“, hieß es. Insgesamt sind nach UN-Angaben rund zwölf Millionen Menschen in Ostafrika von der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren betroffen.

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