https://www.faz.net/-gpf-84cl1

Haiti : Blauhelme sollen für Hilfsgüter sexuelle Handlungen verlangt haben

  • Aktualisiert am

Blauhelm-Soldaten bewachen im Januar 2010 eine Hilfsgüter-Verteilungsstation im haitianischen Port-au-Prince. Bild: AFP

Angehörige des Friedenskorps der Vereinten Nationen sollen in Haiti Hilfsgüter und Bargeld im Tausch gegen sexuelle Handlungen geboten haben. Auch Minderjährige sind einem Bericht der UN zufolge unter den Opfern.

          In Haiti stationierte Blauhelme der Vereinten Nationen sollen im Tausch gegen Hilfsgüter und Bargeld sexuelle Handlungen von 231 haitianischen Frauen verlangt haben. Das geht aus der unveröffentlichten Version eines Berichts des „Office of Internal Oversight Services“ der UN (OIOS) hervor, der der Nachrichtenagentur Associated Press vorliegt.

          In dem Bericht heißt es, Haitianerinnen aus ländlichen Gegenden hätten unter anderem Nahrungsmittel und Babypflegeprodukte erhalten, nachdem sie mit den Blauhelmen geschlafen hätten. In Städten sollen die Soldaten den Frauen Mobiltelefone, Bargeld oder Parfüm geboten haben. Rund ein Drittel der Opfer sollen Minderjährige gewesen sein. Die Anschuldigungen basieren auf Interviews, die Mitarbeiter des OIOS im vergangen Jahr mit 231 betroffenen Haitianerinnen geführt hatten. Die genaue Zahl der Blauhelme, die sich dieser Vergehen schuldig gemacht haben sollen, sei noch nicht bekannt.

          Offiziell verbietet die UN ihren Blauhelmen jegliche Art sexueller Ausbeutung. Trotzdem sind die Fälle in der Blauhelmtruppe, die weltweit mit mehr also 100.000 Soldaten und 25.000 Zivilisten im Einsatz ist, ein anhaltendes Problem. Zum einen wissen die Betroffenen oft nicht, dass die UN Tauschgeschäfte mit sexuellen Gefälligkeiten verbietet. Zum anderen gibt es Probleme bei der Aufarbeitung. Diese liegt grundsätzlich bei den Staaten, die die Soldaten stellen. Doch der Fall französischer Truppen in der Zentralafrikanischen Republik zeigt, dass diese Staaten bisweilen überhaupt kein Interesse daran haben.

          Französische Soldaten hatten in der Zentralafrikanischen Republik laut einem Bericht des Hohen Kommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen (UNHCHR) vierzehn Kinder im Alter zwischen neun und 15 Jahren zu Oral- und Analsex gezwungen. Im Gegenzug erhielten die Kinder Lebensmittel. Die Vorfälle sollen sich zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 ereignet haben. Die französische Staatsanwaltschaft ermittelt seit dem 7. Mai dieses Jahres.

          Weitere Themen

          G7-Gipfel einigt sich auf Hilfe für Amazonas-Brandgebiete Video-Seite öffnen

          Noch keine konkreten Maßnahmen : G7-Gipfel einigt sich auf Hilfe für Amazonas-Brandgebiete

          Ungeachtet anhaltender Spannungen in wichtigen politischen Fragen haben sich die G7-Staaten bei ihrem Gipfel in Biarritz auf einen gemeinsamen Gegner einigen können: die Feuer im Amazonasgebiet. Die sieben westlichen Industriestaaten seien überein gekommen, den betroffenen Staaten „so schnell wie möglich“ Unterstützung zukommen zu lassen, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

          Topmeldungen

          Es ist das erste Mal, dass Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel ausrichtet.

          G-7-Gipfel : Wer reden will, soll ruhig reden

          In Biarritz inszeniert Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel voller Überraschungen. Er überrumpelt Trump und lässt den iranischen Außenminister einfliegen. Ganz offensichtlich hat der französische Präsident aus seinem Anfängerfehler gelernt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.