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Umsturz in der Ukraine : Erler: Timoschenko eine „Scharfmacherin“

  • Aktualisiert am

Die freigelassene ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko Bild: dpa

Gernot Erler, der Osteuropa-Beauftragte der Bundesregierung, sieht die ukrainische Oppositionspolitikerin Timoschenko skeptisch. Sie sei eine „Scharfmacherin“, die sofort die Oppositionsführung übernehmen wolle.

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          Der Osteuropa-Beauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), sieht die freigelassene ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko nicht unbedingt als Heilsbringerin für ihr Land. „Sie ist eine charismatische Figur, aber auch eine Scharfmacherin“, sagte Erler der Zeitung „Die Welt“ (Montagsausgabe). Es sei damit zu rechnen, „dass Timoschenko sofort die Oppositionsführung übernehmen will“. Für das heterogene Lager der Oppositionskräfte sei dies „eine Herausforderung“ auf dem Weg, „gemeinsame Ziele zu definieren“.

          Im Zuge des politischen Machtwechsels in der Ukraine war Timoschenko am Samstag nach zweieinhalbjähriger Haft freigelassen worden und aus dem Osten des Landes umgehend nach Kiew gereist. Dort rief die im Rollstuhl sitzende ehemalige Regierungschefin die Demonstranten unter Tränen zur Fortsetzung des Protests auf, der Präsident Viktor Janukowitsch aus dem Amt gefegt hatte. Laut einer Sprecherin ist Timoschenko hinsichtlich ihrer eigenen politischen Zukunft noch unentschlossen. Eine Kandidatur für das Amt der Regierungschefin schließt die Politikerin selbst aus.

          Die frühere Ministerpräsidentin war 2011 in einem international kritisierten Prozess wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. In der Haft erlitt sie einen Bandscheibenvorfall und trat wiederholt aus Protest gegen ihre Haftbedingungen in einen Hungerstreik. Deutsche Ärzte reisten mehrmals zu Timoschenko, um ihren Gesundheitszustand zu überprüfen. Die Bundesregierung setzte sich für eine medizinische Behandlung in Deutschland ein.

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