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Joe Biden in der Kritik : Ein Präsident muss sich erklären

  • -Aktualisiert am

Präsident Joe Biden verließ sich darauf, dass die Amerikaner seinen Abzugsentschluss unterstützen. Angesichts des Desasters in Afghanistan könnte dies aber eine Fehlkalkulation gewesen sein. Bild: EPA

Um dem Eindruck entgegenzutreten, er verschanze sich, kehrt der amerikanische Präsident vorzeitig aus Camp David zurück. Gleichwohl warten auf den Oberbefehlshaber in Washington nach dem Umsturz in Afghanistan sehr unangenehme Fragen.

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          Die amerikanische Flagge vor der Botschaft in Kabul wurde am Sonntagabend nach 20 Jahren eingeholt. Marineinfanteristen, welche nach Beginn der „Operation Enduring Freedom“ den Auftrag hatten, das seit 1989 verwaiste Botschaftsgelände einzunehmen, hatten im Dezember 2001 das Sternenbanner aufgezogen. Es war die gleiche Flagge, welche vor Beginn des Bürgerkrieges, an dessen Ende die Taliban erstmals die Macht in Kabul übernahmen, eingeholt worden war. Nun ist die Botschaft wieder verriegelt.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Ned Price, der Sprecher des State Department, teilte mit, die „sichere Evakuierung“ der Botschaft sei abgeschlossen. Das gesamte Personal sei auf dem von den amerikanischen Streitkräften gesicherten Gelände des Flughafens von Kabul untergebracht. Auch Ross Wilson, der kommissarische Botschafter in Kabul, war nun dort. Er soll auf unbestimmte Zeit mit einem diplomatischen Kernteam in der Hauptstadt bleiben. Am Montag versammelten sich Taliban-Kämpfer vor der amerikanischen Botschaft und riefen: „Allahu akbar“. Versuche, das Gelände zu stürmen, gab es nicht.

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