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Umstrittene Grenzregion Abyei : Nord- und Südsudan einigen sich auf Abzug

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Die umkämpfte Region von Abyei liegt an der Grenze zwischen dem Norden und Süden Sudans Bild: AFP PHOTO / UNMIS / STUART PRICE

Das Grenzgebiet zwischen den beiden künftigen Staaten im Sudan soll demilitarisiert werden. Darauf einigten sich beide Seiten am Montag. Eine äthiopische Friedenstruppe soll Abyei bis auf weiteres schützen.

          Nord- und Südsudan haben sich am Montag auf eine Demilitarisierung der von beiden Seiten beanspruchten Region Abyei geeinigt. Die Regierung in Khartum wird demzufolge ihre Truppen abziehen, die durch eine äthiopische Friedenstruppe ersetzt werden soll, sagte der frühere südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, der die Verhandlungen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba geführt hatte. Die Rede ist von 4000 äthiopischen Soldaten, die Abyei bis zur Klärung des endgültigen Status' schützen und dafür ein Mandat der Vereinten Nationen erhalten sollen.

          Der Chefunterhändler des Nordens, Al-Dirdiri Mohammed Ahmed, bezeichnete die Einigung als „dauerhafte Lösung“, die den Interessen Khartums, nämlich einem Verbleib Abyeis beim Norden, entgegenkomme. Die nordsudanesische Armee hatte die Region Mitte Mai gewaltsam besetzt, nachdem eine Gruppe ihrer Soldaten mutmaßlich von südsudanesischen Soldaten angegriffen worden war. Dabei waren mindestens 22 Soldaten ums Leben gekommen.

          Das äthiopische Kontingent wäre eines der größten in der Geschichte der Vereinten Nationen, das jemals auf einer so kleinen Fläche stationiert wurde. Die Region Abyei, in der gegenwärtig 1000 UN-Soldaten patrouillieren, misst lediglich 10.000 Quadratkilometer. Die gesamte UN-Mission für den Norden und Süden Sudans erstreckt sich auf 2,5 Millionen Quadratkilometer und umfasst 10.000 Soldaten und Polizisten.

          Wann die Äthiopier aber ihre Positionen in Abyei einnehmen werden, stand am Dienstag noch nicht fest. Zunächst muss der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen das Mandat beschließen, womit allerdings in den kommenden Tagen zu rechnen ist. Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton nannte den Rückzug der nordsudanesischen Armee aus Abyei einen „wichtigen ersten Schritt“. Frau Clinton forderte beide Seiten auf, nunmehr „ihren guten Willen zu zeigen, alle Konflikte beizulegen“.

          Ban Ki-moon fordert Waffenstillstand in Südkordofan

          Am 9. Juli wird der Süden formal seine Unabhängigkeit erklären und die militärischen Auseinandersetzungen sowohl in Abyei, als auch in der Provinz Südkordofan drohen, das künftige Miteinander von Norden und Süden nachhaltig zu stören. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon begrüßte das Abyei-Abkommen ausdrücklich und nahm es zum Anlass, einen „sofortigen Waffenstillstand“ in Südkordofan zu fordern, wo nordsudanesische Truppen vor rund zwei Wochen eine Offensive gegen ehemalige Kämpfer Südsudans gestartet hatten.

          Die Provinz Südkordofan gehört zu Nordsudan, gleichwohl stehen die dort lebenden Ethnien denen im Süden näher als denen im Norden. Khartum behauptet, es in Südkordofan mit einer „Rebellion“ zu tun zu haben. Unabhängige Beobachter aber werfen den Truppen Khartums vor, auch gegen Zivilisten vorzugehen, denen sie Sympathien für den Süden unterstellen.

          Die nordsudanesische Armee hatte am Montag damit gedroht, UN-Flugzeuge abzuschießen, sollten diese die Provinz überfliegen. Der Regionalflughafen von Kadugli ist nach Angaben der amerikanischen UN-Botschafterin Susan Rice inzwischen in den Händen nordsudanesischer Truppen, die den Flugzeugen der UN-Mission, Unmis, systematisch Landerechte verweigerten. Nach Informationen der amerikanischen Regierung seien schwere Menschenrechtsverletzungen und ethnisch motivierte Gräueltaten in Südkordofan an der Tagesordnung, sagte Frau Rice.

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