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Umgang mit Flüchtlingen : Sorgsam abwägen

  • -Aktualisiert am

Alle oder die meisten Menschen aus dem zerstörten Flüchtlingslager in Moria nach Deutschland zu holen wäre kein Problem. Trotzdem wäre das Signal falsch.

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          Wie sehr allen voran die Union ein Wiederaufleben der Asyldebatte zwölf Monate vor der Bundestagswahl fürchtet, hat Markus Söder deutlich gemacht. Mit Blick auf das abgebrannte Flüchtlingslager in Moria sagte der CSU-Vorsitzende im Gespräch mit dieser Zeitung, es sei eine „Christenpflicht“, zu helfen. Dass Deutschland und Frankreich bei der Aufnahme von Menschen aus Moria „vorangehen“, sei gut. „Am besten“, so sagte Söder, wäre eine große europäische Lösung.

          Der Mann also, der noch in der Flüchtlingskrise, die vor fünf Jahren begonnen hatte, die Möglichkeiten Deutschlands bei der Aufnahme von Asylsuchenden relativiert und für Unfrieden in der Union gesorgt hatte, will die Wiederholung einer solchen Debatte offenkundig vermeiden. Selbst wenn man unterschiedlicher Meinung darüber sein kann, wie gut es dem größten Land der EU gelungen ist, mit der großen Zahl von Flüchtlingen umzugehen und die hier bleibenden zu integrieren, so kann es über eines keinen Zweifel geben: Nicht „geschafft“ wurde es, den gesellschaftlichen Frieden zu erhalten.

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