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Europawahl : Umfragen sehen weiter Europäische Volkspartei vorne

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Folgt er auf Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker (rechts)? Manfred Weber (links) Bild: AFP

Auch wenn sie deutliche Verluste hinnehmen muss, sehen Umfragen die EVP weiter als stärkste Kraft im Europäischen Parlament. Größter Gewinner sind die Populisten im Parlament.

          Fünf Wochen vor der Europawahl sehen aktuelle Meinungsumfragen die christdemokratische EVP mit dem deutschen CSU-Politiker Manfred Weber als Spitzenkandidaten trotz deutlicher Verluste vorn. Die europäische Parteienfamilie von CDU und CSU käme demnach europaweit auf rund 24 Prozent. Dahinter würden die Sozialdemokraten (19,8 Prozent) und die Liberalen (10,1 Prozent) landen, wie das Europaparlament am Donnerstag mitteilte.

          Großer Gewinner in den Umfragen ist die Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit, zu der derzeit unter anderem die österreichische FPÖ, die italienische Lega und die französische Partei Rassemblement National (früher Front National) gehören. Der Zusammenschluss könnte nach Angaben der Meinungsforscher auf 8,3 Prozent (plus 3,3 Prozent) kommen und noch deutlich stärker werden, wenn er sich nach der Wahl wie geplant umorganisiert und auch die deutsche AfD aufnimmt. Erst mit großen Abstand dahinter kämen dann Grüne (7,6 Prozent) und Linke (6,1 Prozent).

          Chancen für Manfred Weber stehen gut

          Die Zahlen bestätigen vorherige Prognosen, nach denen vor allem die größten Fraktionen empfindliche Einbußen zu befürchten haben. Die EVP könnte demnach im Vergleich zu 2014 rund 5 Prozentpunkte verlieren, ebenso träfe es die Sozialdemokraten. Wenn beide Lager abermals eine Art Koalition bilden wollen, um zum Beispiel den künftigen EU-Kommissionspräsidenten zu wählen, müssten sie diesmal mindestens eine weitere Partei beteiligen.

          Vom Ausgang der Europawahl hängt wahrscheinlich ab, wer Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wird. 2014 hatten sich die EU-Staaten auf das Prinzip geeinigt, dass der Spitzenkandidat der erfolgreichsten Fraktion Kommissionspräsident werden soll. Herausforderer des Deutschen Weber ist der niederländische Sozialdemokrat Frans Timmermans.

          Für ihre aktuellen Projektionen gingen die Meinungsforscher davon aus, dass Großbritannien trotz der Brexit-Pläne noch einmal an der Europawahl teilnehmen wird. Den Umfragen zufolge dürfen die britischen Sozialdemokraten demnach auf 26,5 Prozent hoffen, während die konservativen Tories von Premierministerin Theresa May nur bei 16,5 Prozent liegen. Dahinter folgen mit je 13,5 Prozent die neue Brexit-Partei des EU-Abgeordneten Nigel Farage sowie die EU-feindliche Ukip. Die Liberaldemokraten werden bei 9,0 Prozent und die Grünen bei 7 Prozent gesehen.

          Grundlage der Daten sind veröffentliche Umfragen in 28 EU-Mitgliedstaaten bis zum 15. April 2019. Sie stammen aus einer Zusammenstellung zuverlässiger Wahlumfragen, die von nationalen Meinungsforschungsinstituten in den Mitgliedstaaten durchgeführt wurden. Das Europäische Parlament verarbeitet diese.

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