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Umfrage in 14 Ländern : Mehrheit ist zufrieden mit Corona-Maßnahmen der Regierungen

Test in einem Corona-Testzentrum in Madrid Bild: dpa

In den meisten Ländern sind die Menschen zufrieden mit dem Krisenmanagement ihrer Regierungen, zeigt eine Studie. Doch es gibt zwei Ausnahmen. Und viele sehen durch die Pandemie eine neue Spaltung in ihrem Land.

          3 Min.

          Die Bekämpfung der Corona-Pandemie stellt die Politik weltweit vor neue Herausforderungen – doch zumindest in Europa, Nordamerika, Australien, Japan und Südkorea sind die Menschen bislang zufrieden mit dem Krisenmanagement ihrer Regierungen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des amerikanischen Pew-Instituts, das Menschen in 14 Ländern dieser Regionen zu der Pandemie befragt hat. Demnach bewerten im Schnitt 73 Prozent den Umgang ihrer Länder mit dem Virus als gut. Am zufriedensten sind demnach die Dänen, wo 95 Prozent der Befragten das Krisenmanagement ihrer Regierung lobten, gefolgt von Australien (94 Prozent), Deutschland (88 Prozent), den Niederlanden (87 Prozent), Südkorea (86 Prozent) und Italien (74 Prozent).

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Auch in Schweden, dessen Umgang der Regierung mit der Pandemie in Europa vielerorts kritisch gesehen wird, zeigte sich mit 71 Prozent eine Mehrheit der Befragten zufrieden, ebenso wie in Frankreich (59 Prozent) und Japan (55 Prozent). In zwei Ländern hingegen sind die Menschen mehrheitlich nicht der Meinung, dass ihre Regierung gut auf die Corona-Pandemie reagiert hat: in den Vereinigten Staaten (47 Prozent) und im Vereinigten Königreich (46 Prozent).

          Zugleich glaubt eine Mehrheit, dass die Pandemie die Spaltung in ihren Ländern vergrößert hat. Zwar spüren im Schnitt 46 Prozent der Befragten seit der Pandemie eine größere nationale Einheit als davor; 48 Prozent sehen hingegen eine größere Spaltung als zuvor. Das gilt besonders für die Vereinigten Staaten, wo 77 Prozent der Befragten angaben, die Spaltung der Nation sei stärker als vor der Pandemie. Auch in Deutschland empfindet mit 54 Prozent eine Mehrheit so. Höher ist dieser Wert – Amerika ausgenommen – sonst nur noch in Spanien, wo 59 Prozent der Befragten durch Corona eine größere Kluft in der Gesellschaft sehen. Lediglich in fünf Ländern empfinden die Menschen seit Beginn der Krise eine größere Einheit als zuvor; allen voran in Dänemark (72 Prozent), gefolgt von Kanada (66 Prozent), Schweden (58 Prozent), Südkorea (56 Prozent) und Australien (54 Prozent).  

          Die (auch politische) Polarisierung durch die Corona-Pandemie zeigt sich auch, wenn man auf die Parteizugehörigkeiten blickt: In Amerika sahen Befragte, die den Demokraten nahe stehen, eher eine stärkere Spaltung in ihrem Land (81 Prozent) als solche, die die Republikaner favorisieren (74 Prozent). Auch in Deutschland gaben 75 Prozent derer, die mit der AfD sympathisieren, an, die Spaltung der Gesellschaft habe sich verstärkt. Unter denen, die die AfD und ihre Politik ablehnen, sagten das hingegen nur 51 Prozent der Befragten. Ein vergleichbares Bild zeigte sich in den Niederlanden, Frankreich, Schweden, Belgien oder Spanien: Anhänger der rechtspopulistischen Parteien sehen eher eine größere Spaltung durch die Coronakrise, die anderen tendenziell nicht.

          Eine Mehrheit der Befragten in den 14 Ländern glaubt, mehr internationale Zusammenarbeit hätte die Todesfälle durch Covid-19 reduzieren können (59 Prozent), nur 36 Prozent gaben an, dies hätte nichts verändert. Bemerkenswerter Weise sind die Dänen, deren Zufriedenheit mit dem Krisenmanagement ihrer Regierung am höchsten ist, mit großer Mehrheit (78 Prozent) davon überzeugt, mehr internationale Zusammenarbeit hätte keine Reduzierung der Todesfälle bewirken können – ein drastischer Ausreißer im Vergleich zu allen anderen Ländern, der möglicherweise direkt mit der hohen Zufriedenheit über die eigene Regierung korreliert. Auch in Deutschland glaubt mit 56 Prozent eine Mehrheit, mehr Kooperation hätte an den Todeszahlen nichts geändert – auch hier ist die Zufriedenheit mit dem Krisenmanagement sehr hoch.

          In Ländern, die besonders unter der Pandemie leiden, steht internationale Zusammenarbeit indes höher im Kurs: In Amerika glaubt eine Mehrheit von 58 Prozent der Befragten, damit hätte die Sterblichkeitsrate vielleicht gesenkt werden können. Am höchsten ist dieser Wert jedoch in Belgien (71 Prozent), gefolgt vom Vereinigten Königreich (67 Prozent), Spanien (65 Prozent), Frankreich und den Niederlanden (beide 62 Prozent) sowie Schweden (61 Prozent). Die Autoren der Studie verweisen auch explizit auf Großbritannien, um den Zusammenhang zwischen dem Wunsch nach mehr Kooperation und Frust über die eigene Regierung zu belegen: Dort glauben 64 Prozent jener Befragten, die sich in der Corona-Pandemie mehr internationale Kooperation gewünscht hätten, dass ihre Regierung im Umgang mit dem Virus versagt hat.

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