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Ukraines Präsident Selenskyj : „Deutschland könnte uns militärisch helfen“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beim Interview mit der F.A.Z. in Kiew Bild: Oleksandr Techynskyi

Die Ukraine sei „sehr beunruhigt“ angesichts russischer Drohgebärden, sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj im Interview mit der F.A.Z. Ein Gespräch über die sich im Kreis drehenden Friedensgespräche – und darüber, welches Militärgerät Kiew sich von Deutschland wünscht.

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          Herr Präsident, im April hat Russland mehr als hunderttausend Soldaten an den Grenze ihres Landes und im Schwarzen Meer aufmarschieren lassen. Viele sind bis heute nicht abgezogen. Auf welche Gefahren bereitet das ukrainische Militär sich vor? Kann es Russland zum Beispiel darum gehen, eine Landbrücke von Russland zur besetzten Halbinsel Krim zu erobern?

          Konrad Schuller
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Es gibt viele militärische Möglichkeiten, auch Operationen von See. Wir sind sehr beunruhigt. Dazu kommt die Variante, von der Sie gesprochen haben: einen Korridor zur Krim aufzubrechen. Es kann auch zu einer Eskalation vom besetzten Donbass aus kommen, zu einem „Blitzkrieg“ über die heute zeitweilig besetzten Gebiete hinaus zu den Verwaltungsgrenzen der Bezirke Donezk und Luhansk. Aber auch Überraschungen aus anderen Richtungen sind möglich. Wir haben heute eine sehr gefährliche Situation in Belarus an unserer nördlichen Grenze. Heute ist die Armee dort unter dem Befehl des belarussischen Regimes. Wir beobachten aber, wie Russland und Belarus beharrlich an Abkommen untereinander arbeiten. Die könnten vielleicht die Verteidigung mit einschließen, und dann können diese Länder ernsten Druck auf uns ausüben. Dann hätte Russland Kontrolle über die belarussischen Streitkräfte. Auch von dieser Seite sehen wir Gefahren für uns – bis hin zu einem echten Unionsstaat zwischen Russland und Belarus.

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