https://www.faz.net/-gpf-9hc5n

Ukrainischer Militärchef : „Bedrohung durch Russland hoch wie seit 2014 nicht“

  • Aktualisiert am

Ein Soldat auf einem ukrainischen Küstenwachtschiff im Hafen von Mariupol Bild: AP

Der ukrainische Generalstabschef Muschenko nennt Russland „einen Aggressor, der keine rechtlichen und moralischen Grenzen kennt“ und sagt, Moskau habe seit August verstärkt Soldaten an der Grenze zusammengezogen. Moskau weist dies zurück.

          Das ukrainische Militär schätzt die Bedrohung durch Russland so hoch ein wie seit 2014 nicht mehr. Die Regierung in Moskau habe seit August Soldaten verstärkt an der Grenze zusammengezogen, sagte der ukrainische Generalstabschef Viktor Muschenko am Dienstag im Reuters-Interview. „Vor uns steht ein Aggressor, der keine rechtlichen, moralischen oder anderen Grenzen kennt.“ Die Blockade der Straße von Kertsch bezeichnete er als „Akt der Aggression“. Das russische Verteidigungsministerium antwortete zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

          Die Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland haben sich nach der russischen Annexion der Krim-Halbinsel 2014 und angesichts der Unterstützung der Separatisten in der Ostukraine durch Russland deutlich verschlechtert. In dem Konflikt im Donbass sind mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung in Moskau weist zurück, Waffen und Soldaten in die Region zu entsenden.

          Durch die unerklärte russische Seeblockade hat der ukrainische Hafen Mariupol am Asowschen Meer einen großen Teil seines Umschlags verloren. Schiffe, die Mariupol oder den ukrainischen Nachbarhafen Berdjansk anlaufen wollen, müssen tagelang auf die Passage durch die von Russland kontrollierte Meerenge von Kertsch warten. „Am 2. Dezember ist ein Schiff in Mariupol eingelaufen, das 15 Tage auf die Kontrolle und die Durchfahrt gewartet hatte“, teilte der Hafen mit.

          Eigentlich haben Russland und die Ukraine einander 2003 freie Fahrt in dem kleinen Nebenmeer des Schwarzen Meeres zugesichert. Doch seit Russland sich 2014 die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt hat, beherrscht es die Meerenge allein. Seit Mai kontrolliert der russische Zoll hier Schiffe von und in die Ukraine. Zuvor hatte die Ukraine ein Fischerboot von der Krim festgesetzt.

          Die Lage hat sich verschärft durch den Zwischenfall Ende November, als die russische Küstenwache ukrainische Marineboote gewaltsam aufbrachte. Derzeit ist die Durchfahrt offiziell offen. Es dürfen aber vor allem Schiffe von und nach Russland passieren. Nach Mariupol kommen nur einzelne Frachter durch.

          Weitere Themen

          Keine Zweifel mehr

          MH17-Abschuss : Keine Zweifel mehr

          Der Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs im Juli 2014 über der Ostukraine wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Vier Separatisten sollen sich wegen Mordes verantworten. Die Chancen darauf stehen aber schlecht.

          Lambrecht warnt vor Rechtsextremismus Video-Seite öffnen

          Künftige Justizministerin : Lambrecht warnt vor Rechtsextremismus

          Der „unfassbare Mord“ an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke zeige, dass die Verteidigung des Rechtsstaates aktueller denn je sei, sagte die SPD-Politikerin Christine Lambrecht, die von der Parteiführung als kommende Justizministerin vorgestellt wurde.

          Vier Mordanklagen in den Niederlanden

          MH17-Abschuss : Vier Mordanklagen in den Niederlanden

          Die internationalen Ermittler wollen im Fall des Abschusses des Flugzeugs MH17 vier Verdächtige identifiziert haben. Russland und die ostukrainischen Separatisten weisen abermals jegliche Verantwortung zurück.

          Der Kampf gegen die Braunkohle Video-Seite öffnen

          Aktivisten von „Ende Gelände“ : Der Kampf gegen die Braunkohle

          Im rheinischen Braunkohlerevier stehen die Zeichen dieser Tage auf Protest. Aktivisten der Initiative „Ende Gelände“ haben zu verschiedenen Protestaktionen aufgerufen. Nun hat sich auch die Schülerbewegung „Fridays for Future“ mit „Ende Gelände“ solidarisiert.

          Topmeldungen

          MH17-Abschuss : Keine Zweifel mehr

          Der Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs im Juli 2014 über der Ostukraine wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Vier Separatisten sollen sich wegen Mordes verantworten. Die Chancen darauf stehen aber schlecht.

          Streit mit Frankreich um Weber : AKK gibt nicht nach

          Kramp-Karrenbauer bleibt dabei: Weber soll neuer Kommissionspräsident werden. Das macht sie ausgerechnet in Paris deutlich. Zudem verlangt sie von den Grünen in der Außenpolitik einen klareren Kurs.

          Drohung wegen Zinspolitik : Degradiert Trump den Fed-Chef Powell?

          Amerikas Präsident Donald Trump ist unzufrieden mit der Zinspolitik der Notenbank Fed. Jetzt deutet er sogar an, er könne deren Chef Powell degradieren. Die Notenbank hält dagegen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.