https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ukrainekrieg-kiew-muss-verluste-minimieren-18147094.html

Krieg gegen die Ukraine : Kiew muss Verluste minimieren

  • -Aktualisiert am

Zerstörungen in Lyssytschansk. Das Foto wurde von der Militärverwaltung der Region Luhansk freigegeben. Bild: dpa

Die Ukraine gesteht ein, dass die Stadt Lyssytschansk im Gebiet Luhansk erobert worden ist. Für Kiew ist es wichtig, die eigene Armee kampffähig zu halten. Das kann auch durch Rückzüge gelingen.

          1 Min.

          Russland behauptet, seine Truppen kontrollierten seit Sonntag das komplette Gebiet Luhansk in der Ukraine. Die Stadt Lyssytschansk sei erobert. Die ukrainische Regierung hat das auch eingestanden. Schon vorher hatte Kiew zugegeben, dass die militärische Lage in der Region für seine Truppen sehr schwierig sei, was angesichts der weiterhin deutlich überlegenen Feuerkraft der russischen Artillerie auch schwerlich ein Wunder ist.

          Die Einnahme des Gebietes Luhansk ist zwar ein unbestreitbarer Erfolg für die Invasoren. Aber wenn es der ukrainischen Seite gelänge, möglichst viele eigene Soldaten möglichst geordnet aus der Region zurückzuziehen, hielte sich der strategische Schaden in Grenzen.

          Die eigenen personellen Verluste zu minimieren muss ohnehin für die Angegriffenen Vorrang haben. Nur so können sie hoffen, die eroberten Gebiete dereinst zurückzuerobern. Russland hat nach allem, was man weiß, für vergleichsweise kleine Erfolge große Verluste erlitten.

          Zwar sind die personellen Ressourcen des riesigen Landes theoretisch groß. Aber es waren die am besten ausgebildeten Truppen, die in der Anfangsphase des Krieges gegen die Ukraine zum Einsatz kamen. Das trifft für alle diejenigen, die jetzt als Reserve die gelichteten Reihen auffüllen, nicht mehr zu.

          Dies und die Aussicht auf weitere Waffenlieferungen aus dem Westen lassen die ukrainischen Äußerungen über eigene Offensiven in der Zukunft weniger utopisch erscheinen.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundesfinanzminister Christian Lindner

          Energiekrise : Lindner stellt Gasumlage infrage

          Mit Blick auf die Gasumlage stelle sich zunehmend „die wirtschaftliche Sinnfrage“, sagt der Bundesfinanzminister. Statt höherer Gaspreise sei vielmehr eine Gaspreisbremse nötig.
          Ambitioniert: Batteriebetriebenes Showcar des chinesischen Luxusanbieters Nio in Schanghai.

          Autos Made in China : Der Sprung der Drachenbabys

          Der chinesische Autobauer Nio stellt Luxuskarossen her, die er auch in Deutschland verkaufen will. Aber geht es dem Unternehmen um die Eroberung der Automobilwelt?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.