https://www.faz.net/-gpf-7ssub

Ukraine : Washington wirft Moskau Militärintervention vor

  • Aktualisiert am

Ukrainische Truppen haben nach eigenen Angaben russische Militärfahrzeuge in der Ostukraine angegriffen Bild: AFP

Nach dem angeblichen Angriff ukrainischer Truppen auf russische Armeefahrzeuge in der Ostukraine haben die Vereinigten Staaten und Deutschland zur Deeskalation aufgerufen. Das Weiße Haus wirft Putin „provokatives Handeln“ vor. Aus Russland hieß es, die Ukraine jage ein Phantom.

          2 Min.

          Nach den Berichten über eine in der Ostukraine eingedrungene russische Militärkolonne haben Deutschland und die Vereinigten Staaten Russland zur Deeskalation aufgerufen. Russlands Präsident Wladimir Putin müsse dem Strom von Rüstungsgütern, Militärberatern und bewaffnetem Personal über die Grenze in die Ukraine ein Ende setzen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitagabend in einem Telefonat mit dem russischen Staatschef.

          Zuvor hatte die ukrainische Armee am frühen Freitagabend gemeldet, in der Nacht auf Freitag gepanzerte russische Fahrzeuge angegriffen zu haben, nachdem diese in den Osten der Ukraine eingedrungen seien. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte die Grenzverletzung bestätigt. Russland bestreitet jedoch, in ukrainisches Gebiet vorgedrungen zu sein.

          Ukraine-Hilfslieferungen : Umstrittene russische Konvois werden überprüft

          Das Weiße Haus warf Russland in der Nacht auf Samstag „provokatives Handeln“ vor. Moskau müsse seine „extrem gefährlichen und provokativen“ Versuche zur Destabilisierung der Ukraine unterlassen, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden. Sie warf Russland eine „anhaltende Militärintervention“ in der Ukraine vor. Dies stehe in völligem Gegensatz zu humanitären Hilfen und einer friedlichen Konfliktlösung. „Russland hat kein Recht, Fahrzeuge, Personen oder Güter jeder Art unter irgendeinem Vorwand ohne Erlaubnis der Regierung in die Ukraine zu schicken“, teilte Hayden mit. Zu einem möglichen Eindringen russischer Armeefahrzeuge in die Ukraine äußerte sie sich nicht. Dazu habe man nicht genügend Informationen.

          Russische Soldaten in der Nähe der ukrainischen Grenze
          Russische Soldaten in der Nähe der ukrainischen Grenze : Bild: AFP

          Der russische Generalmajor Igor Konaschenkow dementierte sowohl den Angriff durch die Ukraine als auch, dass russische Armeefahrzeuge überhaupt in die Ostukraine vorgedrungen seien. „Eine russische Militärkolonne, die die Grenze zur Ukraine überquert haben soll, existiert nicht“, sagte er der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.  Aber es sei immer noch besser, „die ukrainische Artillerie schießt auf ein Phantom und nicht auf Flüchtlinge oder die eigenen Soldaten“. Zuvor hatte das Verteidigungsministerium von Fantastereien seitens der Ukraine gesprochen.

          Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu versicherte unterdessen seinem amerikanischen Amtskollegen Chuck Hagel in einem Telefongespräch, dass Russland den Hilfskonvoi, der derzeit an der Grenze zur Ukraine wartet, nicht als Deckmantel für eine Intervention in dem Land nutzen wolle. Es seien auch keine Soldaten an dem Konvoi beteiligt. Die Lastwagen sollen unter Aufsicht des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz in die zwischen Rebellen und Regierungstruppen umkämpften Gebiete fahren.

          Über die Krise wollen der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Kollege Pawlow Klimkin am Sonntag in Berlin zusammen mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und dem französischen Außenamtschef Laurent Fabius beraten.

          Weitere Themen

          Joe Biden und Kamala Harris vereidigt

          Amerika-Liveblog : Joe Biden und Kamala Harris vereidigt

          Joseph R. Biden als 46. Präsident vereidigt +++ Kamala Harris erste Vizepräsidentin der amerikanischen Geschichte +++ Trump in Florida gelandet +++ erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt +++ Verfolgen Sie alle Entwicklungen hier im Liveblog.

          Machtwechsel in Washington Video-Seite öffnen

          Livestream : Machtwechsel in Washington

          Nach vier Jahren Trump ist Joe Biden als der 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Seine Amtseinführung ist anders als alle bisherigen. Verfolgen Sie die Geschehnisse in Washington im Livestream.

          Theresa May rechnet  mit Johnson ab

          Großbritannien : Theresa May rechnet mit Johnson ab

          Er war maßgeblich an ihrem Sturz beteiligt und wurde dann selbst Premierminister. Nun erhebt Theresa May in einem Zeitungsartikel schwere Vorwürfe gegen ihren Nachfolger.

          Topmeldungen

          Joe Biden und Kamala Harris nach deren Vereidigungen am Mittwoch in Washington

          Amerika-Liveblog : Joe Biden und Kamala Harris vereidigt

          Joseph R. Biden als 46. Präsident vereidigt +++ Kamala Harris erste Vizepräsidentin der amerikanischen Geschichte +++ Trump in Florida gelandet +++ erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt +++ Verfolgen Sie alle Entwicklungen hier im Liveblog.

          Abschied aus Washington : Trumps vorerst letzte Show

          Trump zelebriert seinen Abschied, als wäre noch Wahlkampf. Die neue Regierung werde es gut machen – denn er habe ihr eine gute Grundlage gelegt. Und Biden? Der Name fällt nicht.
          Uiguren in einem chinesischen Internierungslager im Jahr 2017

          Kritik der Vereinigten Staaten : Begeht China einen Genozid?

          Umerziehungslager und Zwangssterilisationen: China geht hart gegen die ethnische Minderheit der Uiguren vor. Amerikas scheidender Außenminister spricht von einem Genozid. Was folgt daraus für Joe Biden?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.