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Angriff auf Behördenwebsites : Ukraine vermutet russischen Geheimdienst hinter Cyberattacke

  • Aktualisiert am

Ein Foto des Computerbildschirms, auf dem die Warnung zu sehen ist, die durch einen Cyberangriff in Ukrainisch, Russisch und Polnisch auf der Website des ukrainischen Außenministeriums zu sehen war Bild: Reuters

Insgesamt seien 70 Websites der Regierung angegriffen worden, teilte der ukrainische Geheimdienst mit. Er will Hinweise darauf haben, dass die Hacker hinter der Attacke in Verbindung mit den russischen Geheimdiensten stehen.

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          Nach der Cyberattacke auf Dutzende ukrainische Regierungswebsites sieht Kiew „erste Hinweise“ auf eine mögliche Verwicklung russischer Geheimdienste. Der ukrainische Geheimdienst habe „erste Hinweise darauf erhalten, dass Hackergruppen, die mit den russischen Geheimdiensten in Verbindung stehen“, hinter dem massiven Cyberangriff stehen könnten, erklärte der Sprecher des Außenministeriums, Oleg Nikolenko, am Freitagabend bei Twitter. Derweil warnten die Vereinigten Staaten und Großbritannien, Moskau könne einen Vorwand für einen Einmarsch in die Ukraine schaffen. Der Kreml wies den Vorwurf als „haltlos“ zurück.

          Der Westen befürchtet angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarschs an der Grenze zur Ukraine, dass Russland nach der Annexion der Krim 2014 derzeit einen Einmarsch im Nachbarland vorbereitet. Der massive Cyberangriff auf Webseiten der Regierung in Kiew in der Nacht zum Freitag löste weitere Besorgnis aus. 

          Ukrainischer Geheimdienst: Keine Weitergabe personenbezogener Daten

          Der ukrainische Geheimdienst SBU erklärte, insgesamt seien 70 Websites der Regierung angegriffen worden. In zehn Fällen sei es zu „unbefugten Eingriffen“ gekommen, aber der Inhalt sei nicht verändert worden und es habe keine Weitergabe personenbezogener Daten gegeben. Auf der Webseite des Außenministeriums waren vorübergehend die Worte „Habt Angst und rechnet mit dem Schlimmsten“ in ukrainischer, russischer und polnischer Sprache zu lesen.

          Auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hielt es für „denkbar“, dass Russland hinter dem Cyberangriff steckt. Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg äußerte die Befürchtung, dass es sich um einen Vorboten für militärische Aktivitäten handeln könnte. 

          Unterdessen erklärten die USA, Russland arbeite ihren Erkenntnissen zufolge daran, einen Vorwand für einen Einmarsch in die Ukraine zu schaffen. „Wir haben Informationen, die darauf hinweisen, dass Russland bereits eine Gruppe von Agenten aufgestellt hat, um einen Einsatz unter falscher Flagge in der Ostukraine auszuführen“, sagte Regierungssprecherin Jen Psaki

          Moskaus Ziel sei es, der Ukraine vorzuwerfen, einen „unmittelbar bevorstehenden Angriff auf russische Kräfte in der Ostukraine vorzubereiten“. Die russischen Streitkräfte würden planen, mit diesen Aktivitäten einige Wochen vor einem militärischen Einmarsch zu beginnen, der „zwischen Mitte Januar und Mitte Februar“ starten könnte. Die Aussagen aus Washington stießen in Moskau auf Empörung und wurden sowohl von der russischen Botschaft in Washington als auch von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zurückgewiesen.

          Roth: Diskussion über Lieferung von Schutzgeräten denkbar

          Die britische Außenministerin Liz Truss warf Russland am Samstag eine gegen die Ukraine gerichtete Desinformationskampagne vor. Damit solle das Land destabilisiert und eine Invasion gerechtfertigt werden, äußerte die Ministerin. „Russland muss seine Aggressionen stoppen, deeskalieren und sich ernst gemeinten Gesprächen öffnen“, twitterte sie am Samstag.

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          In der Ampel-Koalition wuchs derweil die Bereitschaft zu einer Unterstützung der Ukraine mit bestimmten militärischen Gütern. „Wir haben im Koalitionsvertrag vereinbart, keine Waffen in Krisenregionen zu liefern. Das Prinzip gilt“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth (SPD), dem RND. Eine Diskussion über „Schutzgeräte wie Helme und Schutzwesten“ sei jedoch „denkbar“. 

          In dieser Woche war eine umfangreiche Krisendiplomatie in Gang gesetzt worden, um die Lage an der ukrainischen Grenze zu entschärfen: Zunächst gab es bilaterale Gespräche zwischen den USA und Russland in Genf, dann tagte erstmals seit gut zwei Jahren der Nato-Russland-Rat, zudem gab es Verhandlungen im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien.

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