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Die Nacht in der Ukraine : USA prangern Partnerschaft zwischen Iran und Russland an

  • Aktualisiert am

Feuerwehrleute löschen ein Feuer inmitten der Trümmer eines Wohnhauses in Donezk, das durch Beschuss zerstört wurde. Bild: Reuters

London und Washington warnen vor neuen Waffenlieferungen aus Iran für Russland. Damit drohen der Ukraine weitere Drohnenangriffe auf ihre Infrastruktur. Der Überblick.

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          Die USA und Großbritannien haben übereinstimmend vor neuen Waffenlieferungen aus Iran an Russland gewarnt. Washington kündigte umgehend neue Sanktionen gegen Moskau an. Neben ballistischen Raketen soll Russland auch Drohnen aus Iran erhalten – mit Drohnen dieser Art war zuletzt die energetische Infrastruktur in der Ukraine angegriffen und schwer beschädigt worden. Die Ukrainer müssen sich wegen dieser Schäden schon jetzt auf einen harten Winter mit vielen Stromabschaltungen einstellen.

          Amerika warnt vor iranischer Militärhilfe für Moskau

          Die Vereinigten Staaten sind besorgt über eine aus ihrer Sicht wachsende militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Iran. Moskau biete unter anderem Teheran Unterstützung „auf nie dagewesenem Niveau“ an und verwandele dadurch die Beziehung zwischen beiden Staaten in eine „vollwertige Verteidigungspartnerschaft“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der Vereinigten Staaten, John Kirby. Moskau dementierte seinerseits abermals iranische Waffenlieferungen.

          Die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran sei „schädlich“ für die Ukraine, die Nachbarstaaten Irans und die gesamte Welt, sagte Kirby. Westliche Staaten werfen Iran vor, Russland Kampfdrohnen für dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu liefern. Iran hatte im November bestätigt, Drohnen nach Russland geliefert zu haben. Diese seien jedoch vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine geliefert worden, hieß es aus Teheran.

          Auch Russlands UN-Botschafter dementierte bei einer Sitzung des Sicherheitsrates zum Ukraine-Krieg abermals die Berichte über Waffenlieferungen aus Teheran an sein Land. „Der militärisch-industrielle Komplex Russlands ist sehr stark und braucht von niemanden Unterstützung“, sagte Wassili Nebensia und verwies darauf, dass Moskau die Vorwürfe „schon mehrere Male“ zurückgewiesen habe.

          Dagegen berichtete US-Sicherheitsratssprecher Kirby unter anderem von Geheimdienstinformationen, denen zufolge Moskau und Teheran eine „gemeinsame Produktionslinie für Kampfdrohnen in Russland“ erwögen. „Wir fordern Iran dringend auf, seinen Kurs zu ändern“, erklärte Kirby. Er kündigte zudem Sanktionen gegen drei in Russland ansässige Unternehmen an, die am „Erwerb und Einsatz iranischer Drohnen“ beteiligt seien.

          London: Russland will mehr Waffen von Iran kaufen

          „Russland versucht nun, mehr Waffen zu beschaffen, darunter Hunderte ballistische Raketen. Im Gegenzug bietet Russland Iran ein beispielloses Maß an militärischer und technischer Unterstützung an“, erklärte die britische UN-Botschafterin Barbara Woodward in New York. Der britische Außenminister James Cleverly sagte in London, Iran sei jetzt einer der größten militärischen Unterstützer Russlands. „Durch diese schmutzigen Deals hat das iranische Regime Hunderte von Drohnen nach Russland geschickt, die eingesetzt wurden, um die kritische Infrastruktur der Ukraine anzugreifen und Zivilisten zu töten.“ Moskau wiederum biete dem Regime in Teheran militärische und technische Unterstützung an.

          Selenskyj: Russland hat „Hölle“ in die Ukraine gebracht

          Die russische Armee hat mit ihrer Invasion in die Ukraine nach den Worten von Staatschefs Wolodymyr Selenskyj „die Hölle unter russischer Flagge“ ins Land gebracht. Vor allem in den Frontgebieten des Donbass im Osten der Ukraine sei die Lage „sehr schwierig“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Er zählte dabei die Brennpunkte Bachmut, Soledar oder Kremnina auf. In diesen Bereichen gebe es „schon seit langem keinen Lebensraum mehr, der nicht durch Granaten beschädigt wurde“.

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