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Ukraine : Übergangs-Führung löst gefürchtete Spezialeinheit auf

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Berkut-Kräfte - wer steckt hinter den Masken? Bild: REUTERS

Die Machthaber in Kiew haben offenbar die Bereitschaftspolizei Berkut aufgelöst. Sie ging während der Proteste hart gegen Demonstranten vor. Und weiter droht dem Land der Staatsbankrott.

          Wegen ihres gewaltsamen Vorgehen gegen die Proteste in der Ukraine ist die Bereitschaftspolizei Berkut angeblich aufgelöst worden. Die Spezialeinheiten seien mit sofortiger Wirkung aufgelöst worden, teilt der Übergangs-Innenminister Arsen Awakow auf seiner Facebook-Seite mit. Die Berkut-Einheiten sind in der Opposition wegen ihrer Rolle verhasst, die sie bei den Straßenkämpfen in Kiew spielten - vergangene Woche wurden dabei mehr als 80 Menschen getötet.

          Unterdessen hat der Internationale Währungsfonds bekräftigt, zu einem weiteren Engagement in der Ukraine bereit zu sein. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte während einer Rede an der amerikanischen Stanford-Universität Kalifornien, der IWF habe einen Vertreter vor Ort, der die Finanzlage in den nächsten Tagen sehr genau bewerten werde. Der Währungsfonds werde wahrscheinlich in Kürze Unterstützung mit weiteren Experten leisten, wenn das IWF-Mitgliedsland darum bitte. Bevor aber keine Übergangsregierung gebildet ist, kann die Ukraine formal nicht um Hilfe bitten.

          Die (bisherigen) Oppositionsgruppen konnten sich trotz des drohenden Staatsbankrotts nicht auf eine Übergangsregierung einigen. Das Parlament verschob die für Dienstag geplante Abstimmung kurzfristig auf diesen Donnerstag. Zugleich wurde bekannt, dass die Ukraine womöglich mehr Geld braucht als bisher gedacht. Die von Übergangspräsident Olkesandr Turtschinow genannten 35 Milliarden Dollar (rund 25,5 Milliarden Euro) reichten kaum bis Jahresende, sagte Arsenij Jazenjuk von der Vaterlandspartei der ehemaligen Regierungschefin Julia Timoschenko.

          Russland stellte derweil abermals weitere Finanzhilfen für Kiew infrage. Moskau sei „nicht verpflichtet“, die restlichen Mittel aus einem im Dezember vereinbarten 15-Milliarden-Dollar-Paket freizugeben, sagte Vize-Finanzminister Sergej Storschak in Moskau.

          Der EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn unterstützt die Idee einer Geberkonferenz für die Ukraine. Dies würde den EU-Mitgliedsländern erlauben, Geld für ein bedeutendes Hilfspaket zusammenzubringen, sagte der Finne schon am Dienstag in Straßburg. „Die EU ist bereit, der Ukraine zu helfen, parallel zu einem (Hilfs-)Programm des IWF“, schränkte er aber ein.

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