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Stadt im Osten : Ukraine steht vor Rückeroberung von Lyman

  • -Aktualisiert am

Ukrainische Soldaten in der Nähe von Lyman. Bild: Laif

Ende Mai hatten russische Truppen die Stadt im Osten der Ukraine eingenommen. Sollte die ukrainische Zangenbewegung gelingen, könnte das weitreichende Konsequenzen haben.

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          Die ukrainischen Truppen stehen im Osten des Landes wohl vor einem weiteren Erfolg im Kampf gegen die russischen Invasoren. Das amerikanische Institute for the Study of War (ISW) hat Berichte von russischen Militärbloggern und Korrespondenten gesammelt, in denen von ukrainischen Fortschritten in der Nähe der Stadt Lyman die Rede ist. Demnach stehen die Ukrainer kurz davor, russische Truppen in der Stadt, die Russland Ende Mai erobert hatte, einzuschließen. Sollte die ukrainische Zangenbewegung gelingen, hätte das laut ISW weitreichende Konsequenzen für die russische Front im nördlichen Donbass und würde der Ukraine weitere Möglichkeiten eröffnen, von Russland besetzte Gebiete zu­rückzuerobern.

          Lukas Fuhr
          Redakteur in der Politik.

          Das ISW geht zudem davon aus, dass eine abermalige russische Niederlage die Moral der Invasoren weiter schwächen würde. Das russische Verteidigungsministerium habe es bisher versäumt, die eigenen Solda­ten auf diese Niederlage vorzubereiten. Außerdem könnte sie die Un­einigkeit zwischen russischen Truppen und denen der selbsternannten „Volksrepubliken“ vertiefen.

          Die Ukraine profitiert bei ihren Vorstößen auch vom Einsatz westlicher Waffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte es, dass die Vereinigten Staaten die Lieferung wei­terer achtzehn Mehrfachraketenwerfer (HIMARS) angekündigt haben. „Das bringt den Sieg der Ukraine näher“, schrieb Selenskyj auf Twitter und bedankte sich beim amerikanischen Präsidenten Joe Biden für die Unterstützung.

          Andernorts griffen auch die russische Streitkräfte abermals an. Ukrainischen Medien zufolge starben in der Nacht auf Donnerstag drei Menschen in der Stadt Dnipro, die deutlich hinter der Front liegt, bei russischen Angriffen. Mehr als 60 Häuser seien dabei zerstört worden, sagte Gouverneur Valentyn Reznichenko. Auch aus dem Gebiet Donezk meldeten ukrainische Behörden den Tod von Zivilisten.

          Auch angesichts des aktuellen Krieges erinnerte die Ukraine an den Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Anlass war der Jahrestag des Massakers von Babyn Jar, bei dem am damaligen Stadtrand von Kiew mehr als 33.000 Juden erschossen und von den deutschen Besatzern in einer Schlucht verscharrt wurden. „Es schien so, als ob diese Schrecken für immer in der Vergangenheit blieben“, schrieb Regierungschef Denys Schmyhal am Donnerstag im Nachrichtendienst Telegram. Doch auch heute würden wieder Massengräber in der Ukraine gefunden. Die dafür Verantwortlichen müssten vor ein internationales Tribunal gestellt werden, forderte Schmyhal.

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