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Ukraine-Politik : McCain wirft Merkel „Torheit“ vor

  • Aktualisiert am

Fordert westliche Waffenlieferungen an die Ukraine: der republikanische Senator und Vorsitzende des Senatskomitees für die Streitkräfte, John McCain Bild: AP

Angela Merkel bekräftigt in München: Keine Waffen für die Ukraine. Das veranlasst den republikanischen Senator John McCain zu deftigen Worten. Merkels Haltung sei „töricht“, ätzt er. Putin könne so nicht gestoppt werden.

          Angela Merkel bleibt dabei: Militärisch könne der Konflikt in der Ukraine nicht gelöst werden, sagte sie am Samstag bei ihrer Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Deshalb sei sie weiter strikt gegen Waffenlieferungen an Kiew.  

          Zumindest bei John McCain trugen Merkels Worte nicht eben zur Deeskalation bei. Im Gegenteil: Der republikanische Senator und Vorsitzende des Senatskomitees für die amerikanischen Streitkräfte fand für Merkels Auftritt sogar noch schroffere Worte, als man sie in Deutschland in den letzten Tagen schon gewohnt ist. Die Haltung der Kanzlerin sei „töricht“, ätzte McCain, wie die New York Times“ berichtet. Demnach sagte McCain, wenn der Westen die Ukraine nicht mit Waffen unterstütze, könnte Putin den Hafen von Mariupol in der Ostukraine belagern, um eine Landverbindung von Russland zur Krim zu schaffen. „Ich kann Ihnen versichern, dass Putin erst dann aufhören wird, wenn er einen deutlich höheren Preis zu zahlen hat“, zitiert die Zeitung den Senator, der in den Vereinigten Staaten als einer der glühendsten Befürworter von Waffenlieferungen an die Ukraine gilt.

          Vergleich mit Appeasement-Politik

          Bereits am Freitag hatte McCain Merkel scharf kritisiert und ihre Ablehnung von Waffenlieferungen an die Ukraine mit der Appeasement-Politik gegenüber Nazi.Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg verglichen. „Ihr Verhalten erinnert mich an die Politik der 30er Jahre.“ Das Verhalten Europas im Ukraine-Konflikt sei für ihn eine riesige Enttäuschung, „aber ich habe nichts anders erwartet“, sagte McCain in einem Interview mit der ZDF-Sendung „Berlin direkt“, das am Sonntagabend ausgestrahlt werden soll. „Wenn man sich die Haltung der deutschen Regierung anschaut, könnte man meinen, sie hat keine Ahnung oder es ist ihr egal, dass Menschen in der Ukraine abgeschlachtet werden“, sagte er.

          In Deutschland wurde McCains Angriff auf die Kanzlerin entrüstet aufgenommen. „Das Gegenteil ist richtig“, sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). „Gerade weil die Menschen in der Ukraine so leiden, setzt sich Angela Merkel so unermüdlich für Frieden ein. Mehr Waffen würden in der Ostukraine nur mehr Leid stiften.“ Auch der Vorsitzende des Außenausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), widersprach McCain. Waffenlieferung vergrößerten „die Gefahr einer Beschleunigung und Eskalation des Krieges“, sagte er der „Bild“. Zum Tonfall von McCains Kritik sagte er, Meinungsverschiedenheiten müssten „ohne persönliche Verletzungen“ ausgetragen werden. 

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