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Ukraine-Krise : Lufthansa prüft Einstellung des Flugverkehrs

  • Aktualisiert am

Ein Airbus A320 der Fluggesellschaft Lufthansa landet Anfang Januar 2022 auf dem Hamburger Flughafen. Bild: dpa

Die Lufthansa prüft eine Einstellung des Flugverkehrs in die Ukraine. Die KLM hat schon entschieden. Am Samstag sorgte ein U-Boot-Zwischenfall für neue Brisanz in der angespannten Lage.

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          Die Lufthansa beobachtet nach eigenen Angaben die Lage in der Ukraine genau und prüft eine Einstellung des Flugverkehrs. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es dazu aber keine Entscheidung, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Die niederländische Airline KLM hatte am Samstag erklärt, ihre Flugverbindungen in die Ukraine mit sofortiger Wirkung einzustellen.

          Inmitten der Spannungen hatte Russland am Samstag nach eigenen Angaben  ein amerikanisches U-Boot aus den eigenen Hoheitsgewässern im Pazifik vertrieben. Der Zerstörer „Marschall Schaposchnikow“ habe in russischen Gewässern nahe den Kurilen ein Unterseeboot aufgespürt, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau am Samstag.

          Nachdem das U-Boot der Virginia-Klasse Aufforderungen zum Beidrehen ignoriert habe, habe der russische Zerstörer „angemessene Maßnahmen ergriffen“, hieß es ohne nähere Erläuterungen. Das U-Boot habe die russischen Gewässer daraufhin „in Höchstgeschwindigkeit“ verlassen. Nahe der zur Russland gehörenden Insel Urup seien zu dem Zeitpunkt Übungen der russischen Marine geplant gewesen. Später sei der amerikanische Militärattaché ins Verteidigungsministerium in Moskau einbestellt und ihm dort eine Protestnote übergeben worden.

          USA dementieren Vorfall

          Die USA haben die Darstellung Russlands zurückgewiesen. Ein Sprecher der US-Marine für den indo-pazifischen Raum teilte am Samstag (Ortszeit) auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit: „Die russischen Behauptungen, dass wir in ihren Hoheitsgewässern operieren, sind nicht wahr.“ Er werde sich nicht zum genauen Standort von US-Booten äußern, „aber wir fliegen, segeln und operieren sicher in internationalen Gewässern“, betonte der Sprecher.

          Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund starker Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland wegen der Ukraine-Krise. Russland hat in den vergangenen Wochen nach westlichen Angaben mehr als 100.000 Soldaten an der ukrainischen Grenze zusammengezogen. Der Truppenaufmarsch sowie russische Militärübungen im benachbarten Belarus und im Schwarzen Meer schüren im Westen die Furcht vor einem Einmarsch in die Ukraine. Moskau weist jegliche Angriffspläne zurück und wirft zugleich Kiew und der Nato „Provokationen“ vor.

          Die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung der Krise auf höchster Ebene liefen am Samstag weiter. Der amerikanische Präsident Joe Biden telefonierte mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Das Gespräch habe etwa eine Stunde gedauert, teilte das Weiße Haus im Anschluss in Washington mit. Auch Frankreichs Präsident Macron sprach am Samstag mit Putin und forderte den russischen Präsidenten zur Einhaltung des Minsker Abkommens auf.

          Die amerikanischen Mitarbeiter der OSZE-Beobachtermission ziehen sich unterdessen offenbar aus der Ukraine zurück. Das berichtete ein Augenzeuge aus Donezk. Wie es hieß, seien sie mit dem Auto aus der Stadt gefahren. Die OSZE äußerte sich zunächst nicht dazu. Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums hatte die amerikanischen OSZE-Mitarbeiter zuvor aufgerufen, das Land angesichts eines möglicherweise drohenden russischen Einmarsches zu verlassen: Der entsprechende Reisehinweis für US-Staatsbürger aus der vergangenen Woche gelte auch für sie.

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