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Ukraine-Update : Ukraine will mit einer Million Soldaten den Süden zurückerobern

  • Aktualisiert am

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 08.07. Bild: SvenSimon-ThePresidentialOfficeUkraine

Kiew plant eine groß angelegte Offensive zur Befreiung der besetzten Gebiete im Süden der Ukraine und fordert die Menschen in den Küstengegenden auf, sich in Sicherheit zu bringen.

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          Im Ort Tschassiw Jar im Gebiet Donezk sind ukrainischen Angaben zufolge 15 Menschen tot aus einem eingestürzten Wohnblock geborgen worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj drohte russischen Soldaten daraufhin mit Konsequenzen. Zugleich befahl er seiner Armee, besetzte Gebiete im Süden des Landes zurückzuerobern. Zivilisten wurden dort einmal mehr zur Flucht aufgerufen. Der Montag ist für die Ukraine der 138. Tag des Krieges.

          Unterdessen geht der Streit um eine in Kanada feststeckende Turbine für die Gas-Pipeline Nord Stream 1 in eine neue Runde. Russland hatte zuletzt die deutlich reduzierten Gaslieferungen nach Deutschland mit dem fehlenden Teil begründet. Die Ukraine zeigte sich „zutiefst enttäuscht“ über die Entscheidung der kanadischen Regierung, die Turbine nach dem Abschluss von Wartungsarbeiten nun doch ausliefern zu wollen – und damit eine Ausnahme bei den Sanktionen gegen Russland zu machen.

          Selenskyj will russische Soldaten bestrafen

          „Die Bestrafung ist für jeden russischen Mörder unvermeidlich“, sagte Selenskyj nach dem Raketenbeschuss in Tschassiw Jar. Der Angriff auf das Wohngebiet habe einmal mehr gezeigt, dass Russlands Truppen vorsätzlich auch in Wohngebieten töteten. „Nach solchen Angriffen werden sie nicht sagen können, dass sie etwas nicht gewusst oder nicht verstanden haben“, sagte der ukrainische Staatschef in seiner Videoansprache in der Nacht zum Montag.

          Neben den 15 Toten wurden bis zum späten Sonntagabend auch sechs Verletzte aus dem Wohnhaus in dem Ort im Donezker Gebiet geborgen, wie der stellvertretende Leiter des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, mitteilte. Noch immer würden 23 Menschen vermisst.

          Kiew ruft Zivilisten in besetzten Gebieten im Süden zur Flucht auf

          Die ukrainische Führung hat Zivilisten im besetzten Süden des Landes wegen geplanter Armee-Offensiven zur Flucht aufgerufen. Einwohner der Gebiete Cherson und Saporischschja sollten dringend ihre Häuser verlassen – notfalls auch in Richtung der bereits seit 2014 von Russland annektieren Schwarzmeer-Halbinsel Krim, sagte Vize-Regierungschefin Irina Wereschtschuk. Verteidigungsminister Olexij Resnikow sagte der britischen „Sunday Times“, Selenskyj habe dem Militär befohlen, mithilfe westlicher Waffen besetztes Gebiet im Süden zurückzugewinnen. Dafür stünden eine Million Soldaten bereit. Insbesondere die Küstengebiete seien für die ukrainische Wirtschaft von großer Bedeutung.

          Ukraine kritisiert Kanada für Sanktionsausnahme bei Gasturbine

          Die Ukraine hat gegen die geplante Lieferung der gewarteten russischen Nord-Stream-1-Turbine von Kanada nach Deutschland protestiert. Man sei „zutiefst enttäuscht“ über die Entscheidung der kanadischen Regierung, in diesem Fall eine Ausnahme von den gegen Russland verhängten Sanktionen zu machen, hieß es in einer Erklärung von Außen- und Energieministerium in Kiew. „Wir fordern die kanadische Regierung auf, diese Entscheidung zu überdenken und die Integrität des Sanktionssystems sicherzustellen.“

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