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Container zwischen Trümmern : Borodjanka ist kaputt, aber lebendig

Hilfe in der Halle: Wo früher in Borodjanka Schüler turnten, lagern nun Lebensmittelrationen. Bild: Yulia Serdyukova

In dem kleinen Städtchen nahe Butscha und Irpin ist kaum ein Haus unbeschädigt. Abhilfe kommt aus Polen. Ein „Moduldorf“ bietet mehr als 300 Menschen eine vorübergehende Bleibe.

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          In der kleinen Stadt Borodjanka sortiert sich das Leben neu. Die neunstöckigen Wohnblocks entlang der Zentralna-Straße stehen schwarz und schweigend. Geschosse haben ganze Treppenhäuser samt den anliegenden Wohnungen weggerissen. Andere Teile der Blocks sind ausgebrannt. Auch das Rathaus des Ortes ist zerstört. Ein Anwohner sagt, in der Stadt sei kein einziges Verwaltungsgebäude erhalten geblieben.

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Borodjanka, das war einmal eine Stadt mit 13.000 Einwohnern. Wer sie besuchen will, muss gut eine Stunde mit dem Auto von Kiew nach Nordwesten fahren. Er kommt an Irpin und Butscha vorbei, sieht im Wald plötzlich eine Reihe ausgebrannter Panzerfahrzeuge. Irpin und Butscha haben in den ersten Kriegswochen traurige Berühmtheit erlangt: wegen der massenhaften Misshandlung und Ermordung von Zivilisten durch dort stationierte russische Soldaten. In Borodjanka, 25 Kilometer hinter Butscha gelegen, gab es offenbar weniger Gräueltaten. Dafür haben die Gebäude stärker gelitten. Vor die Schlucht, die russische Geschosse in einen der Wohnblocks gerissen hatten, stellte sich Präsident Wolodymyr Selen­skyj für seine Ansprache zum 8. Mai, dem Jahrestag des Endes des Weltkriegs. Hier hielt er eine dramatische, streckenweise lyrische Antikriegsrede, in der er fragte, warum die Formel „Nie wieder!“ sich noch immer nicht erfüllt habe. Sein zehn Minuten langes, auch Bilder aus anderen Städten zeigendes Video ist eines der bewegendsten Dokumente des Krieges.

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