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Ein ukrainischer Soldat macht am 3. September 2022 ein Selfie an der Front in der Ostukraine. Bild: AP

Lage des Krieges : Russische Truppen weichen Gegenoffensive in der Ostukraine

Die ukrainische Armee hat in den vergangenen Tagen dutzende Ortschaften in der Region Charkiw zurückgewonnen. Schwer zu sagen bleibt, ob das eine Wende im Ukrainekrieg sein könnte. Der Verlauf des Krieges in Karten und Grafiken.

          23 Min.

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          11. September 2022
          Russische Truppen weichen Gegenoffensive in der Ostukraine

          Jens Giesel
          Multimedia-Redakteur.
          Oliver Schlömer
          Multimedia-Redakteur.

          Die ukrainische Armee hat in den letzten Tagen dutzende Ortschaften in der Region Charkiw im Osten des Landes zurückgewonnen. Das russische Verteidigungsministerium gab am Samstag in Moskau zu, es habe seine Truppen zurückgezogen. So sollen die Soldaten etwa aus der strategisch wichtigen Stadt Isjum abgezogen werden. Offenbar zogen sich die Truppen Richtung Osten zurück, um einer Einkesselung durch die ukrainische Armee zu entgehen. Zuvor hatten sich die Besatzer offenbar bereits in der Nacht aus der strategisch wichtigen Stadt Kupjansk auf die östliche Seite des Flusses Oskol zurückgezogen. Die ukrainische Gegenoffensive im Nordosten des Landes hatte erst vor wenigen Tagen mit einem Vorstoß auf die Stadt Balaklija begonnen. Seitdem haben die ukrainischen Streitkräfte die russischen Truppen immer weiter zurückgeschlagen und nach eigener Darstellung bereits mehr als 2000 Quadratkilometer Territorium in bislang von Russland besetzten Gebieten zurückgewonnen.

          Nach Einschätzung britischer Militärfachleute sei schwer zu sagen, ob das eine Wende im Ukrainekrieg sein könnte. Die Kämpfe in den strategisch wichtigen Städten Kupjansk und Isjum dauern an. Das geht aus dem Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London zum Ukrainekrieg vom Sonntag hervor. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm den Truppenrückzug mit Genugtuung auf. „Besatzer haben in der Ukraine keinen Platz und werden keinen haben“, sagte er in seiner Videoansprache in der Nacht zum Sonntag. Offiziell begründete Moskau den Abzug der eigenen Truppen damit, dass durch die Umgruppierung Einheiten im angrenzenden Gebiet Donezk verstärkt werden sollen.

          dhaj., ropu.

          11. August 2022
          Bisher größter Schlag gegen die russische Luftwaffe

          Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden bei der Explosion auf dem Luftwaffenstützpunkt Saki auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim am 9. August neun russische Militärflugzeuge zerstört. Damit macht der Verlust etwa ein Fünftel aller bisher zerstörten russischen Militärflugzeuge aus, denn nach Angaben der Open-Source-Plattform Oryx wurden bis dato 38 Militärflugzeuge zerstört. Der Wegfall von Munitions- und Treibstoffvorräten sei jedoch viel schlimmer als der Verlust der Flugzeuge, schrieb Militärexperte Mick Ryan auf Twitter. Für Russland wird sich nun auch die Frage stellen, ob die Krim weiterhin ein sicherer Stützpunkt ist. Bisher hatte Russland den nun stark beschädigten Militärflughafen intensiv für Angriffe auf die Südukraine genutzt.

          Der Stützpunkt in Nowofjodorowka vor und nach der Explosion. Satellitenbilder: Planet Labs PBC

          Auch wenn die von Russland dementierte Zerstörung der Flugzeuge nun dokumentiert ist, eine Frage bleibt: Falls die Ukrainer es waren – was sie selbst weiterhin bestreiten – wie haben sie das gemacht? Der Kurort Nowofjodorowka befindet sich 200 Kilometer hinter der Frontlinie. Die bisher reichweitenstärksten Waffen der Ukraine können aber nur Ziele bis etwa 80 Kilometer hinter der Front erreichen. Die Spekulationen reichen von einem Sabotageakt bis zu einer Kommandoaktion ukrainischer Spezialkräfte. Das ukrainische OSINT-Projekt Informnapalm vermutet gar amerikanische ATACMS-Raketen. Die USA geben allerdings an, solche Raketen nicht geliefert zu haben. Eine weitere Möglichkeit sind die ballistischen Kurzstreckenraketen Hrim-2, die über eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern verfügen sollen. Diese neue Waffe hat die Ukraine selbst entwickelt.

          Topmeldungen

          Das befreite Isjum im September: Ein Exhumierungsteam steht im Wald.

          Kolumne „Bild der Woche“ : Die Männer von Isjum

          Es gibt Hunderte von Fotos von Exhumierungen aus Isjum. Diese Bilder zeigen, was russische Eroberung bedeutet: Es gibt kein anderes Ziel als Vernichtung.

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