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Krieg in der Ukraine : Gelieferte Panzerhaubitzen müssen schon repariert werden

Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr bei einer NATO-Übung im Juli in Grafenwöhr. Bild: AFP

Nur einen Monat nach der Lieferung sind mehrere der von Deutschland und den Niederlanden gelieferten Haubitzen reparaturbedürftig – wegen der intensiven Gefechte seien Teile verschlissen. Deutschland liefert unterdessen mehrere Brückenlegepanzer.

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          Die Bundeswehr wird der Ukraine 16 Brückenlegepanzer vom Typ Biber liefern. Das teilte das Verteidigungsministerium am Freitag mit. Sechs der Panzer, die durch eine Verlegebrücke Gewässer, Schluchten oder Gräben bis zu 20 Meter Breite im Gefecht überwinden können, sollen von Herbst an noch in diesem Jahr geliefert werden, zehn weitere im nächsten Jahr.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Zu der in Aussicht gestellten Lieferung gehören nach Angaben des Ministeriums Transport, Instandsetzung und Ausbildung. Die 22 Meter lange Panzerschnellbrücke wird beim Verlegen aus zwei Hälften zusammengekoppelt. Das Transport- und Verlegefahrzeug ist ein Fahrgestell des Panzers Leopard 1. Die Lieferung gilt als Ergänzung etwa für die Panzerhaubitze 2000.

          Mehrere der sieben gelieferten Panzerhaubitzen sind allerdings schon reparaturbedürftig, wie am Freitag bekannt wurde. Sie waren erst vor einem Monat von Deutschland und den Niederlanden an die Ukraine gegangen. Die Verschleißerscheinung ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums gegenüber der F.A.Z. darauf zurückzuführen, dass die ukrainischen Streitkräfte die Haubitzen in einem sehr intensiven Gefechtstempo benutzen.

          Während die Bundeswehr die Haubitzen für hundert Schuss am Tag ausgelegt habe, würden in der Ukraine damit mehrere Hundert Schuss am Tag abgefeuert, bestätigte das Ministerium einen Bericht der Zeitschrift „Der Spiegel“.

          Vermutlich keine rasche Reparatur

          Durch die Möglichkeit, mit ihr schnell Schüsse abzufeuern und sie dann rasch zu verlegen, gilt die Panzerhaubitze 2000 in der Ukraine als besonders wirksame Waffe im Kampf gegen die Stellungen der russischen Invasionstruppen. Der hohe Verschleiß hat offenbar dazu geführt, dass die teils mitgelieferten Ersatzteile für die Haubitzen nicht mehr ausreichen.

          Eine rasche Reparatur der Haubitzen wird es voraussichtlich nicht geben. Die Ukraine müsse zunächst mitteilen, welche Teile am dringendsten benötigt würden, dann müsse die Rüstungsindustrie sehen, wie schnell sie nachliefern könne, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Damit Reparaturen schneller ausgeführt werden können, verhandelt die Bundesregierung mit der Rüstungsindustrie, ob ein Instandsetzungszentrum in Polen eingerichtet werden kann.

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