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Krieg gegen die Ukraine : Neue Drohnen aus Iran

Ein Soldat des Sich Battalion in der Region Donezk Bild: Reuters

Das britische Verteidigungsministerium glaubt, dass Russland neue Drohnen iranischer Bauart bekommen habe. Im Gebiet Donezk griffen russische Truppen auf der gesamten Frontlinie an.

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          Nach mehreren Wochen Pause hat Russland die Ukraine vermutlich wieder mit iranischen Drohnen angegriffen. Falls entsprechende Berichte verifiziert würden, bedeute dies, dass Russland Nachschub erhalten habe, teilte das britische Verteidigungsministerium am Freitag in seinem täglichen Geheimdienstbericht mit. Es sei wahrscheinlich, dass Russland zuvor seinen bisherigen Bestand an Hunderten sogenannten Kamikazedrohnen der Typen Shahed-131 sowie Shahed-136 aufgebraucht hatte.

          Othmara Glas
          Volontärin

          In London wurde auf offizielle ukrainische Berichte verwiesen, nach denen am Dienstag 17 Drohnen abgeschossen worden seien, davon vierzehn Shahed-136. Am Mittwoch hieß es, die Drohnen iranischer Bauart seien für Angriffe auf die Gebiete Saporischschja und Dnipro eingesetzt worden. Zuletzt war der Abschuss von Drohnen Mitte November gemeldet worden.

          Ukrainische Truppen verteidigen ihre Stellungen

          In der Ostukraine intensivierten die russischen Truppen nach ukrainischen Angaben ihre Angriffe am Donnerstag deutlich. Der Gouverneur des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, sagte im Fernsehen, die gesamte Frontlinie sei dort unter Beschuss. Die heftigsten Kämpfe habe es in der Nähe der Städte Bachmut und Awdijiwka gegeben.

          Die russischen Truppen versuchten offenbar auch, in die Nähe der Stadt Lyman vorzudringen, die im Oktober von der Ukraine zurückerobert worden war. Bei den Kämpfen am Donnerstag seien in den von der Ukraine kontrollierten Teilen des Donezker Gebiets fünf Zivilisten getötet und zwei verletzt worden. Das russische Militär hatte seine Angriffe in der Ostukraine zuletzt verstärkt, nachdem es sich infolge der ukrainischen Gegenoffensiven aus anderen Landesteilen zurückziehen musste. Die Regierung in Moskau hatte am Donnerstag erklärt, sie wolle zumindest den größten Teil der annektierten Gebiete in der Ost- und Süd­ukraine sichern.

          Ukrainische Truppen rückten indes nicht vor, sondern verteidigten ihre Stellungen, sagte der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch. Laut ukrainischem Generalstab habe das Militär russische Stellungen und Truppensammelstellen in mindestens einem halben Dutzend Städten im Süden der Ukraine angegriffen. Die russischen Verluste beliefen sich auf etwa 240 Verwundete.

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