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Nach dem russischen Überfall : Wo Tote ohne Namen bestattet werden müssen

  • -Aktualisiert am

Eine trauernde Angehörige mit ihrer Tochter auf dem Friedhof von Butscha Bild: Frank Röth

Mehr als 400 Menschen wurden während der russischen Besatzung in dem Kiewer Vorort Butscha ermordet. Viele Opfer sind noch immer nicht identifiziert. Bestatter Serhij Matjuk muss trotzdem seine Arbeit tun.

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          Die Gräber hat Serhij Matjuk schon ausgehoben. 13 Gruben in einer Reihe, etwa zwei Meter tief, zwei Meter lang, ein Meter breit, daneben Erde zu kleinen Hügeln aufgeschüttet. Matjuk ist der Totengräber des Landkreises Butscha. Rauchend lehnt er sich auf dem Friedhof gegen seinen silbernen SUV. Die Mittagssonne brennt auf der Haut, die Hitze drückt. Eigentlich hätten an diesem Tag 13 Menschen bestattet werden sollen.

          Othmara Glas
          Volontärin

          Wer sie sind, weiß Matjuk nicht, niemand weiß es. Es sind 13 von mehr als einhundert namenlosen Toten in den Leichenhallen von Butscha. Sie alle kamen im März ums Leben, als der Ort von russischen Truppen besetzt war. Nun warten sie darauf, identifiziert zu werden. Bisher hat sich jedoch noch keine Mutter, keine Ehefrau, kein Bruder gefunden. Und langsam läuft die Zeit davon. Denn ewig können die Leichen nicht in den Kühl­fächern liegen.

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