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Ukrainekrieg : Explosionen auf russischem Militärstützpunkt auf der Krim

Rauchsäulen am Himmel: Der Luftwaffenstützpunkt liegt unweit des Badeorts Feodossija Bild: Imago

Bei dem Vorfall gab es einen Toten und mehrere Verletzte. Die Ukraine hat sich bislang nicht zu einem möglichen Angriff bekannt. Russland spricht von einem Verstoß gegen Brandschutzregeln.

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          Bei Explosionen auf der von Russland kontrollierten Halbinsel Krim sind nach Angaben der dortigen Behörden am Dienstag eine Person getötet und mehrere verletzt worden. Das teilte der russische Gouverneur der Krim-Verwaltung, Sergej Axjonow, in den sozialen Medien mit. Die Detonationen ereigneten sich auf dem Luftwaffenstützpunkt Saky. In sozialen Medien kursierten Videos von aufsteigenden Rauchwolken.

          Robert Putzbach
          Redakteur in der Politik

          Die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti berichtete, Ursache für die Detonationen sei kein ukrainischer Angriff gewesen. Vielmehr sei auf einem Militärstützpunkt Munition explodiert. Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte mit, es könne nichts zur Ursache der Explosionen sagen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak schrieb auf Twitter: „Das ist nur der Anfang.“ Die Krim habe eine Zukunft als Reiseparadies ohne russische Besatzung vor sich.

          Im Zuge der Kampfhandlungen um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Kenntnis des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) bislang keine radioaktive Strahlung ausgetreten. „Es liegen keine Hinweise vor, dass in der Ukraine radioaktive Stoffe freigesetzt worden sein könnten“, teilte die Behörde den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ mit. Nach Angaben des BfS bewegten sich alle vorliegenden radiologischen Messwerte „im normalen Bereich“.

          „Das BfS sieht keine akute Gefahr einer Freisetzung von radioaktiven Stoffen, teilt aber die Sorge um einen dauerhaft sicheren Betrieb.“ Das amerikanische Institute for the Study of War bezeichnete Be­richte über Aussagen des russischen Ge­nerals Wasiljew über eine Verminung des Geländes als vermutlich falsch. Die Be­richterstattung gehe nicht auf offizielle Quellen, sondern auf einen möglicher­weise gefälschten Screenshot zurück.

          Selenskyj fordert internationalen Reisebann für Russen

          Nach dem Beschuss des Kraftwerksgeländes in den vergangenen Tagen hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einer atomaren Katastrophe gewarnt und Vergleiche zur Tschernobyl-Katastrophe 1986 gezogen. „Die Welt sollte Tschernobyl nicht vergessen und sich daran erinnern, dass das Atomkraftwerk Saporischschja das größte in Europa ist“, sagte er.

          Selenskyj fordert einen internationalen Reisebann für alle Russen, um Moskau von einer Annexion besetzter Gebiete abzu­halten. „Die wichtigsten Sanktionen sind es, die Grenzen zu schließen, denn die Russen nehmen anderen ihr Land weg“, sagte er der „Washington Post“. Diese Forderung hat in Moskau heftige Kritik ausgelöst. Die Aussagen des ukrainischen Präsidenten seien „äußerst negativ“ aufgenommen worden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Peskow äußerte, die Irrationalität des Gedankengangs übersteige jedes Maß.

          Die Ukraine hat nach russischen An­gaben das Weiterleiten von russischem Öl in den Südosten Europas über die Druschba-Pipeline seit dem 4. August eingestellt. Der Grund sei, dass die Ukraine wegen der westlichen Sanktionen die Transit­gebühren aus Moskau nicht habe erhalten können, teilte der russische Pipeline-Monopolist Transneft mit.

          Die USA kündigen Rüstungslieferungen an

          Der Konzern leistete die Zahlungen an den ukrainischen Pipeline-Betreiber Ukrtransnafta nach eigenen Angaben zwar am 22. Juli. Das Geld sei jedoch am 28. Juli zurück­gekommen, weil die Zahlung nicht durchgegangen sei. Nach Angaben der Gazprombank, welche die Zahlung abgewickelt habe, sei das Geld aufgrund von EU-Beschränkungen zurückgegeben worden. Normalerweise liefert Russland etwa 250 000 Barrel je Tag über den südlichen Zweig der Druschba-Pipeline nach Un­garn, in die Slowakei und in die Tschechische Republik.

          Besonders schwere Kampfhandlungen wurden derweil von der Frontlinie im Osten der Ukraine gemeldet. Es gebe schwere Kämpfe in Orten in der Nähe der Stadt Donezk, sagte der Gouverneur der gleichnamigen Region, Pawlo Kyrylenko, im ukrainischen Fernsehen. „Die Lage ist angespannt – an der gesamten Frontlinie wird ständig geschossen.“ Es gebe auch viele Luftangriffe. Auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim ist lokalen und Moskauer Angaben zufolge ein Munitionsdepot auf einem Luftwaffenstützpunkt explodiert.

          Die Vereinigten Staaten kündigten weitere Rüstungslieferungen an die Ukraine an. In dem eine Milliarde US-Dollar schweren Paket seien unter anderem zusätzliche Munition für die Raketenwerfersysteme des Typs HIMARS und NASAMS und 1000 Panzerabwehrraketen vom Typ Javelin enthalten, teilte das Pentagon mit. Washington verdoppelt zudem die Finanzhilfen für die Ukraine. Es würden zusätzlich 4,5 Milliarden Dollar für den Haushalt des Landes zur Verfügung gestellt, teilte die amerikanische Behörde für Internationale Entwicklungszusammenarbeit mit.

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