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Verwundete Soldaten : Er hörte auf, die Operationen zu zählen

  • -Aktualisiert am

Ein verletzter ukrainischer Soldat wird an der Hand operiert. Bild: Frank Röth

Die Krankenhäuser von Dnipro in der Ukraine sind voller verwundeter Soldaten. Die Ärzte tun für sie, was sie können. Nicht immer reicht es.

          7 Min.

          Die schwierigste Nacht ist noch gar nicht so lange her. Ende April muss es gewesen sein. Die russische Armee zog ihre Einheiten um Sewerodonezk zusammen. 106 ukrainische Soldaten kamen in jener Nacht im Krankenhaus an, getroffen von Granatsplittern und Kugeln. Männer, die noch wenige Stunden zuvor im Donbass gekämpft hatten, mussten nun gerettet werden, und zwar schnell. Bleibt das Metall zu lange im Körper, infiziert sich die Wunde. Also muss es so bald wie möglich raus.

          Othmara Glas
          Volontärin

          So erzählt es Oleksij Horehliad, Chir­urg in einem Krankenhaus in Dnipro. Fast täglich steht er am Operationstisch, schneidet, bohrt, sägt. Das war schon vor dem Großangriff Russlands auf die Ukraine so, doch seit Monaten kommt er kaum noch zur Ruhe. Auch an diesem Tag macht er wieder Überstunden. Das Licht der Abendsonne scheint durch die weiß angemalten Scheiben seines Büros. Vierzig Jahre ist Horehliad alt, er leitet die Orthopädische Traumatologie des Krankenhauses im Südosten der Ukraine. Die Wand hängt voll mit gerahmten Urkunden und Auszeichnungen. Vor seinem Schreibtisch steht die Nachbildung eines Skeletts. Der Schädel hängt schief, fast sieht es so aus, als lache der Knochenmann.

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