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Ukraine-Überblick : Neue Schüsse auf das AKW Saporischschja

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Ein Bewohner geht über die Trümmer eines eingestürzten Wohnhauses nach einem russischen Luftangriff auf Charkiw. Bild: dpa

Die Lage im Atomkraftwerk Saporischschja ist weiterhin angespannt, Bundeskanzler Scholz äußert „ernsthafte Sorge“. UN-Generalsekretär Guterres und der türkische Staatschef Erdogan kommen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj zusammen.

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          In der ostukrainischen Großstadt Charkiw sind nachts zum wiederholten Mal russische Raketen eingeschlagen. Sie töteten nach offiziellen Angaben mindestens elf Menschen, teilte der ukrainische Militärgouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram mit. In heftigen Kämpfen im Donbass konnte die ukrainische Armee nach eigenen Angaben mehrere Angriffe abwehren. An zwei Stellen bei der Stadt Donezk habe der Feind aber Geländegewinne erzielt. Für die Ukraine ist Donnerstag der 176. Tag im Abwehrkampf gegen die russische Invasion. Genau am ukrainischen Nationalfeiertag kommende Woche am 24. August dauert der Krieg ein halbes Jahr.

          Guterres und Erdogan auf Friedensmission?

          UN-Generalsekretär António Guterres und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan kommen heute in Lwiw (Lemberg) mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen. Für die Vereinten Nationen und die Türkei ist es der Versuch, knapp ein halbes Jahr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine den Einstieg in eine Verhandlungslösung auszuloten. Daneben soll es um die Lage in dem von russischen Truppen besetzten AKW Saporischschja gehen und die Möglichkeiten einer internationalen Expertenmission. Selenskyj forderte abermals einen Abzug russischer Soldaten aus Europas größtem Kernkraftwerk.

          Als Vermittlungserfolg in dem Krieg haben die UN und die Türkei das Abkommen vorzuweisen, das seit Anfang August wieder Getreideexporte aus ukrainischen Häfen erlaubt. Erdogan teilte vor dem Treffen mit, in Lwiw solle auch die „Beendigung des Krieges zwischen der Ukraine und Russland auf diplomatischem Wege erörtert“ werden.

          UN-Kreise sehen dies skeptischer. Sie halten Verhandlungen über eine Waffenruhe erst für möglich, wenn Russland oder die Ukraine keine Geländegewinne mehr erzielen können und vom Ziel eines Sieges Abstand nehmen. Die Ukraine will aber verlorene Gebiete zurückerobern, um Landsleute nicht in der Willkür der russischen Besatzung zu lassen. Der ukrainische Militärexperte Oleh Schdanow warnte Selenskyj, jetzt einem Waffenstillstand zuzustimmen, sei eine russische Falle.

          Russlands Kriegsziele laufen weiter auf eine weitgehende Unterwerfung der Ukraine hinaus. Gespräche zwischen Kiew und Moskau waren daher bereits in den ersten Kriegswochen ohne Ergebnis abgebrochen worden.

          Für Selenskyj ist die Reise in die Westukraine nach Lwiw die erste öffentlich angekündigte seit dem 24. Februar. Seitdem war er zwar mehrmals in der Ukraine unterwegs und hat auch die Front besucht, die Reisepläne wurden aber geheim gehalten. Internationale Gäste empfing Selenskyj in der Hauptstadt Kiew, und auch deren Anreise fand wie bei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) jeweils unter Geheimhaltung statt.

          Russland berichtet von neuen Schüssen auf AKW Saporischschja

          Zwischen den Vereinten Nationen, der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Russland und der Ukraine dauert das Tauziehen um einen Expertenbesuch im Atomkraftwerk Saporischschja an. Moskauer Diplomaten beteuerten am Mittwoch, dass Russland den Besuch unterstütze. Allerdings geht die russische Seite davon aus, dass die IAEA-Experten über Russland und russisch kontrolliertes Gebiet in der Ukraine anreisen. Eine Reise über Kiew sei zu gefährlich.

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