https://www.faz.net/-gpf-84z32

Ukraine-Konflikt : Obama und Putin reden wieder miteinander

  • Aktualisiert am

Barack Obama bei einem Telefongespräch mit Wladimir Putin vor einem Jahr Bild: The White House

Mit einem Anruf bei Barack Obama hat Wladimir Putin die monatelange Funkstille zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus beendet. In dem Gespräch forderte der amerikanische Präsident einen Truppenabzug aus der Ostukraine.

          Der amerikanische Präsident Barack Obama und der russische Präsident Wladimir Putin haben am Donnerstag in einem Telefonat über internationale Konflikte gesprochen. Bei dem Telefonat auf Initiative Putins sei über den Endspurt der Atomverhandlungen mit Iran, den Vormarsch der Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ sowie die Lage in der Ukraine gesprochen worden, erklärte das amerikanische Präsidialamt. Obama habe Putin auch aufgefordert, die im Abkommen von Minsk eingegangenen Verpflichtungen umzusetzen, „einschließlich des Rückzugs aller russischen Soldaten und aller Waffen von ukrainischem Gebiet“, erklärte das Präsidialamt weiter. Es war das erste Telefonat der beiden Politiker seit Februar.

          Der Westen wirft Moskau vor, die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine mit Waffen und Truppen zu unterstützen. Dies hat Putin wiederholt zurückgewiesen. Putins Anruf erfolgte nur zwei Tage nachdem die Vereinigten Staaten angesichts der Ukraine-Krise angekündigt hatten, erstmals schweres Militärgerät in osteuropäische Nato-Staaten zu verlegen, die zu Zeiten des Kalten Krieges unter dem Einflussbereich Moskaus standen. Außerdem kündigte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Anfang der Woche an, dass die Militärallianz ihre Eingreiftruppe auf 30.000 bis 40.000 Soldaten erweitern will.

          Bei den Kämpfen im Osten der Ukraine wurden innerhalb von 15 Monaten mehr als 6500 Menschen getötet. Trotz eines im Abkommen von Minsk vereinbarten Waffenstillstandes kommt es weiter täglich zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und Separatisten.

          Weitere Themen

          Eingreiftruppe mit einem Hang zur Brutalität

          Fall Khashoggi : Eingreiftruppe mit einem Hang zur Brutalität

          Nach Medienberichten hat das saudische Regime bereits vor der Ermordung Jamal Khashoggis Regierungskritiker systematisch verfolgt. Eine Sondereinheit sei damit betraut gewesen, Oppositionelle zu entführen und zu foltern.

          Trauerfeier für Neonazi und Hooligan Video-Seite öffnen

          Chemnitz : Trauerfeier für Neonazi und Hooligan

          In Chemnitz haben nehmen mehrere hundert Menschen an der Beisetzung des Chemnitzer Ex-Stadionordners und Neonazis Thomas H. teilgenommen. Der Trauermarsch und die Beisetzung fanden mit hoher Polizeipräsenz statt.

          Täter soll auf Verwandte geschossen haben Video-Seite öffnen

          Utrecht : Täter soll auf Verwandte geschossen haben

          Nach Polizeiangaben soll es sich um einen 37-Jährigen Türken handeln. Einem türkischen Medienbericht zufolge hat der Angriff einen familiären Hintergrund.

          Topmeldungen

          Aufnahme aus der U-Bahn-Station Westfriedhof in München: Kommt die Zukunft der Mobilität einfach nicht, oder rast sie längst an uns vorbei?

          Verkehrspolitik : Wir brauchen mehr Tempo

          Die Debatte ums Tempolimit übertönt die wirklich wichtigen Fragen der Verkehrspolitik: Wo sind denn die neuen futuristischen Züge, die gestresste Raser und müde Lkw-Fahrer auf die Schiene locken?

          Prozess zu Messerattacke : Wofür Chemnitz steht

          Auch Chemnitz sitzt beim Strafprozess um den gewaltsamen Tod eines Deutsch-Kubaners gleichsam auf der Anklagebank. Es gibt aber keinen Grund, von vermeintlich größter moralischer Höhe auf die armen Brüder und Schwestern im Osten zu blicken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.