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Russischer Aufmarsch : Das Fenster für eine Invasion in die Ukraine öffnet sich

Amerikanische Soldaten am 7. Februar in Polen Bild: Reuters

Der Kreml hat viele neue Einheiten nach Belarus verlegt, nicht nur ins offizielle Manövergebiet. Die NATO ist alarmiert. Erteilt Putin bis Ende März den Befehl zum Angriff?

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          Während Wladimir Putin in Moskau Gespräche führt, hat der russische Präsident seinen Truppenaufmarsch an der ukrainischen Grenze weiter beschleunigt. Insbesondere in Belarus sind viele Einheiten eingetroffen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Montag, man rechne mit 30.000 zusätzlichen Kampftruppen – „die größte Verlegung dorthin seit Ende des Kalten Krieges“. Derzeit liegt die Zahl der Bodentruppen nahe der Grenze bei rund 130.000 Mann, wie ein westlicher Geheimdienstler der F.A.Z. sagte; einschließlich Marine und Luftwaffe sind es 150.000. Weitere Einheiten sind auf dem Weg. „Russland könnte in der Lage sein, bis Ende dieses Monats über genug Kräfte für eine ernste Invasion zu verfügen“, sagte der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Admiral Rob Bauer, in Vilnius. Man sehe auch immer mehr „strategische Ermöglicher“ an der Grenze, die für eine Invasion nötig seien.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Die harte Währung, in der Militäranalytiker rechnen, sind taktische Bataillonskampfgruppen, abgekürzt BTGs. Das sind verstärkte Infanterie- und Panzerbataillone, die schnell vorrücken und selbständig im Feld agieren können, jeweils zwischen 700 und 1000 Mann stark. Hinzu kommen weitere unterstützende Einheiten: Sanitäter, Logistiker, Pioniere, Raketen- und Artillerie­regimenter.

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