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Ukraine-Konflikt : Kohl kritisiert Isolation Russlands

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Altkanzler Helmut Kohl mit dem neuen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker (links) vor einem Originalstück der Berliner Mauer Bild: dpa

Der Westen hätte sich in der Ukraine-Krise klüger verhalten können, schreibt der Altkanzler laut einem Bericht der F.A.S. in seinem neuen Buch. Er warnt davor, „alles zu verspielen, was wir schon einmal erreicht hatten“.

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          Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) beklagt die Isolation Russlands. In der Ukraine-Krise hätte sich der Westen klüger verhalten können, schreibt Kohl nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in seinem neuen Buch „Aus Sorge um Europa“, das am kommenden Mittwoch erscheint.

          Kohl kritisiert insbesondere, dass sich die G-7-Staaten im Juni ohne Russland getroffen hätten. Das habe er als „einschneidend und auch bedrückend“ empfunden, so Kohl. Als Kanzler hatte er 1998 die Aufnahme Russlands in die Gruppe der wichtigsten Industriestaaten durchgesetzt. Kohl mahnt, wie die F.A.S. weiter berichtet: „Im Ergebnis müssen der Westen genauso wie Russland und die Ukraine aufpassen, dass wir nicht alles verspielen, was wir schon einmal erreicht hatten.“

          Außenminister Frank-Walter Steinmeier sieht unterdessen offenbar die Möglichkeit für eine Annäherung an Russland. Die jüngste Einigung im Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland sei ein wichtiger Schritt zur Entschärfung der Krise, sagte Steinmeier der Zeitung „Sonntag aktuell“. Jetzt sei es zentral, über Kriterien für Sanktionserleichterungen gegenüber Russland zu diskutieren. „Erleichterungen setzen eine konsequente Erfüllung des Minsker Friedensplan und die Einleitung einer politischen Konfliktlösung voraus“, betonte Steinmeier.

          Der SPD-Politiker rief die Regierung in Moskau dazu auf, bei der Umsetzung der Friedensvereinbarungen zu helfen. „Das gilt an diesem Wochenende besonders beim Umgang mit den Abstimmungen, die von den Separatisten in der Ostukraine abgehalten werden sollen“, sagte Steinmeier der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Die Wahlen stehen im klaren Gegensatz zu den Minsker Waffenstillstandsvereinbarungen, weshalb wir sie auch nicht anerkennen werden“, bekräftigte Steinmeier die Position der Bundesregierung.

          Den Vorabdruck aus Helmut Kohls Buch lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 2. November oder im ePaper.

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