https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ukraine-konferenz-in-der-schweiz-wiederaufbau-als-symbol-18151556.html

Ukraine-Konferenz in Lugano : Wiederaufbau als Symbol

  • -Aktualisiert am

Eine Schule im ukrainischen Charkiw nach einem Angriff am 4. Juli Bild: AP

Die Pläne zum Wiederaufbau der Ukraine sind ein Signal an die Bevölkerung des Landes und an Putin. Realistisch sind sie in nächster Zeit allerdings nicht.

          1 Min.

          Dass der Krieg noch nicht vorbei, schon gar nicht entschieden ist, spricht nicht grundsätzlich gegen Pläne zum Wiederaufbau der Ukraine. Sie enthalten, wie so vieles in diesen Tagen, vor allem das politische Symbol, dass die Ukraine zum freien Westen gehören soll.

          Das ist nützlich als ein (weiteres) Signal an Putin und mehr noch als Ansporn für die ukrainische Be­völkerung. Sie wird Entbehrungen und Leid leichter ertragen, wenn sie weiß, wofür ihre Soldaten kämpfen. Gerade von der EU wäre es höchst in­konsequent gewesen, die Ukraine zum Beitrittskandidaten zur ernennen und sie dann allein zu lassen.

          Zerstörung durch neue Angriffe?

          Eine ganz andere Frage ist, wie realistisch ein substanzieller Wiederaufbau in nächster Zeit ist. Selbst in Gebieten, welche die Ukraine zu­rück­erobern konnte, fehlt die Ge­währ, dass neue russische Angriffe nicht doch wieder zerstören, was mit westlichem Geld aufgebaut wird. Überhaupt kann heute niemand sa­gen, welche Teile der Ukraine unabhängig bleiben werden, das setzt der Planung enge Grenzen.

          Und dass die Ukraine ein grün-demokratisches Mus­terländle wird, lässt sich leichter in Lugano beschließen als in Kiew durchsetzen. Man darf sich die Pro­bleme mit Korruption und Oligarchen nicht schönreden, westliches Steuergeld sollte nicht in dunklen Ka­nälen verschwinden. Die Be­schlag­nahmung russischen Auslandsvermögens wird da nicht in je­dem Fall ein Ausweg sein. Sie muss vor Gerichten standhalten.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Weitere Themen

          Wir sehen, was wir sehen wollen

          FAZ Plus Artikel: Wahlwerbung : Wir sehen, was wir sehen wollen

          Die Parteien geben Millionen für Wahlwerbung aus. Was bleibt eigentlich den Wählern in Erinnerung? Eine Umfrage zeigt, dass die „altmodischen“ Plakate eine erstaunliche Wirkung behalten.

          Topmeldungen

          Darauf ein Eis am Stiel: Warren Buffett und Berkshire Hathaway haben kräftig investiert.

          Aktienmarkt : Zwischen Optimismus und Besorgnis

          Die Stimmung der Aktienprofis wird besser. Einige Großinvestoren wie Warren Buffett haben sich ohnedies nicht schrecken lassen. Viele Analysten bleiben aber skeptisch.
          Home of the Bonuszahlungen: der Sitz des RBB an der Berliner Masurenallee.

          Nur nicht für Schlesinger : RBB legt Bonuszahlungen offen

          Der RBB veröffentlicht die Bonuszahlungen für sein Spitzenpersonal. Bis dato wurde bestritten, dass es sie gibt beziehungsweise: Sie waren geheim. Die Zusatzverdiente sind beträchtlich. Und ein Name fehlt in der Gehaltsliste.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.