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Unterdrückung von Uiguren : Den Kopf kahlgeschoren, die Augen verbunden

Geflüchtete Uiguren demonstrieren in Istanbul gegen die chinesische Politik. Bild: Reuters

Im Internet ist ein neues Video aus der abgeschotteten chinesischen Region Xinjiang aufgetaucht. Es zeigt offenbar Häftlinge an einem Bahnhof. Europäer und Australier halten die Aufnahmen für echt. Amerika spricht von einer „Unterdrückungskampagne“.

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          Australiens Außenministerin Marise Payne nannte das Video „zutiefst beunruhigend“. Auf den Aufnahmen ist eine Gruppe von mehreren Hundert Männern mit geschorenen Köpfen an einem Bahnhof zu sehen. Ihre Augen sind verbunden, ihre Hände hinter dem Rücken gefesselt. Bewacht werden sie von chinesischen Polizisten. Das Video, das offenbar mit Hilfe einer Drohne gemacht wurde, war anonym über Youtube verbreitet worden. Der Name des neu angelegten Youtube-Kontos: War on Fear.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Aus dem Titel des Videos lässt sich entnehmen, dass es sich offenbar um einen Bahnhof in der westchinesischen Region Xinjiang handelt. Dort halten die chinesischen Sicherheitsbehörden Schätzungen zufolge mehr als eine Million Muslime in Umerziehungslagern fest. Weniger bekannt ist, dass auch die Zahl der Häftlinge, die wegen angeblicher Terrortaten in Gefängnissen einsitzen, extrem hoch ist. Nach einer Untersuchung der „New York Times“ waren in den Jahren 2017 und 2018 in Strafprozessen in Xinjiang 230.000 Personen  verurteilt worden. Obwohl in Xinjiang nur zwei Prozent der chinesischen Bevölkerung leben, fanden 2017 mehr als 20 Prozent aller Festnahmen in der Region statt.

          Möglicherweise zeigt das Video die Verlegung von Häftlingen in andere Gefängnisse. Der Sender Sky News zitierte „europäische Sicherheitskreise“ mit den Worten: „Wir haben die Aufnahmen untersucht und glauben, dass sie echt sind“. Der australische Cybersicherheitsexperte Nathan Ruser vermutet nach einer Detailuntersuchung der Bilder, dass sie im August 2018 westlich der Stadt Korla aufgenommen wurden.

          Berichterstattung wird unterdrückt

          Inhaltlich lässt sich aus dem Video wenig Neues erfahren. Bedeutend ist es aber insofern, als dass kaum Bilder von Inhaftierten aus Xinjiang herausdringen. Die chinesischen Behörden betreiben einen großen Aufwand, um zu verhindern, dass Journalisten in der Region drehen oder recherchieren können. Der Mangel an Bildern führt dazu, dass deutlich weniger über die dortigen Menschenrechtsverstöße berichtet wird als zum Beispiel über die Lage in Hongkong, von wo tagtäglich neue Bilder über das Vorgehen der Polizei verbreitet werden.

          Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo stellte am Sonntag in einem Gespräch mit den Außenministern zentralasiatischer Staaten klar: „Bei Chinas Unterdrückungskampagne in Xinjiang geht es nicht um Terrorismus. Es geht um Chinas Versuch, den muslimischer Glauben und die Kultur seiner eigenen Bürger auszuradieren.“ Deshalb dürfe kein Land dem Druck Pekings nachgeben und Uiguren nach China zurückschicken.

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