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Unterdrückung in Xinjiang : China steht international am Pranger

  • -Aktualisiert am

Sieht nicht nach „Schule“ aus: Foto aus den öffentlich gewordenen Unterlagen über Xinjiang Bild: Adrian Zenz/Xinjiang Police Files

Was in Grundzügen bekannt war, was viele aber nicht wissen wollten, wird jetzt detailliert belegt. In Xinjiang wird versucht, den Uiguren ihre Identität zu nehmen.

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          Wird nach den jüngsten Enthüllungen über die chinesischen Internierungslager in der Provinz Xinjiang hierzulande noch jemand den traurigen Mut aufbringen, diese detaillierten Informationen als Fälschungen irgendwelcher „antichinesischer Kräfte“ abzutun? Vieles von dem, was jetzt durch Bilder und polizeiliche Dokumente ans Licht gekommen ist, war in Grundzügen bekannt.

          Trotzdem ist auch die offizielle chinesische Version, es handele sich bei den Lagern um „Schulen“, in denen den Bewohnern berufliche Fähigkeiten vermittelt würden, auf viele offene Ohren gestoßen. China hat die Dinge noch durch die absurde Behauptung auf die Spitze getrieben, die Insassen seien freiwillig in die Lager gegangen, um sich dort selbständig vom (religiösen) Extremismus zu befreien.

          Ziehen Unternehmen Konsequenzen?

          Die Wirklichkeit ist viel grausamer. Hier wird systematisch versucht, einem Volk, den Uiguren, ihre kulturelle und religiöse Identität zu nehmen. Sogar vor Sippenhaft schrecken die chinesischen Behörden nicht zurück. Viele der Lager stehen in Verdacht, ihre Insassen zur Arbeit für auch ausländische Unternehmen zu zwingen. Für diese stellt sich spätestens jetzt die Frage nach möglichen Konsequenzen. Immerhin hat China im Investitionsabkommen mit der EU zugesichert, es werde „Anstrengungen“ unternehmen, internationale Konventionen gegen Zwangsarbeit zu ratifizieren. Eine Öffnung der Lagertore in Xinjiang wäre schon mal ein Anfang.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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