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Uiguren in China : Australischer Thinktank findet 380 Hafteinrichtungen in Xinjiang

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„Umerziehung“ durch Zwangsarbeit: Videostandbild aus undatiertem chinesischem Propagandafilm Bild: AP

Peking betreibt in der uigurischen Provinz Xinjiang mehr Umerziehungs- und Haftlager als bisher angenommen. Die Zahl der Zentren sei in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet worden, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.

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          China hat einer Studie zufolge seit 2017 mehr als 380 Internierungslager für Angehörige muslimischer Minderheiten in der westlichen Provinz Xinjiang errichten lassen. Mindestens 14 weitere Einrichtungen seien noch im Bau, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Recherche des australischen Think Tanks „Australian Strategic Policy Institute“ (Aspi). Die Denkfabrik für Verteidigung und strategische Politik hatte Satellitenaufnahmen und offizielle Bauausschreibungsdokumente in der abgelegenen Region ausgewertet und insgesamt 380 Haftanlagen unterschiedlicher Kategorien gefunden. Zwischen Juli 2019 und Juli 2020 seien „an mindestens 61 Lagern Neubau- oder Erweiterungsarbeiten“ vorgenommen worden. Damit wäre die Zahl der Einrichtungen rund 40 Prozent größer als bisher geschätzt, schrieben die Forscher.

          Die Denkfabrik wies in ihrer Publikation auf Internierungslager, Haftlager und Gefängnisse hin, die seit 2017 errichtet oder ausgebaut worden seien. „Die verfügbaren Beweise deuten darauf hin, dass viele außergerichtliche Gefangene in Xinjiangs riesigem „Umerziehungs“-Netzwerk nun formell angeklagt und in Einrichtungen mit höherer Sicherheit (...) eingesperrt oder in ummauerte Fabrikgelände geschickt werden, um dort Zwangsarbeit zu verrichten“, schrieb Forscher Nathan Ruser. Bei rund 70 Lagern wurden Zäune oder Mauern entfernt, was den Experten zufolge darauf hindeutet, dass sich ihre Nutzung geändert hat oder sie geschlossen wurden.

          Osturkstan 1949 einverleibt

          In China leben schätzungsweise zehn Millionen Uiguren, die meisten in Xinjiang. Sie sind ethnisch mit den Türken verwandt und fühlen sich von den herrschenden Han-Chinesen wirtschaftlich, politisch und kulturell unterdrückt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 hatten die Kommunisten das frühere Ostturkestan China einverleibt. Die Uiguren werden im Rahmen einer Assimilierungskampagne der Regierung, die als Reaktion auf den jahrzehntelangen, manchmal gewaltsamen Kampf gegen die chinesische Herrschaft eingeleitet worden war, in Lager gesperrt.

          Beamte beschreiben diese als „internatsähnliche“ Einrichtungen, die eine kostenlose Berufsausbildung bieten sollen. Ehemalige Häftlinge sagen jedoch, sie seien brutalen Bedingungen, politischer Indoktrinierung, Schlägen und manchmal auch psychischer und physischer Folter ausgesetzt gewesen. Uiguren wurden Recherchen der Nachrichtenagentur AP zufolge auch zu Abtreibungen und Sterilisierungen gezwungen.

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