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Uganda : Amerika weitet Jagd auf Joseph Kony aus

  • -Aktualisiert am

Joseph Kony (Bild von 2006) Bild: AP

Washington verlegt mehrere Spezialflugzeuge und 150 weitere Soldaten nach Uganda. Sie sollen helfen, den Kriegsverbrecher Joseph Kony und seine Rebellentruppe dingfest zu machen.

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          Die amerikanische Armee wird im Laufe dieser Woche mehrere Flugzeuge und 150 Soldaten nach Uganda verlegen, um die Jagd auf den ugandischen Kriegsverbrecher Joseph Kony und seiner Rebellentruppe „Lord Resistance Army“ (LRA) zu unterstützen. Wie ein Sprecher des amerikanischen Verteidigungsministeriums am Montag erklärte, sollen vier Flugzeuge vom Typ CV-22 Osprey sowie mindestens ein Tankflugzeug nach Uganda verlegt werden.

          Das Truppentransportflugzeug Osprey wurde für die amerikanische Marineinfanterie entwickelt und zeichnet sich durch Kipprotoren aus, die es der Maschine erlauben, wie ein Hubschrauber zu starten und zu landen. Das macht die Flugzeuge zum idealen Transportmittel in unzugänglichen Gebieten.

          Die LRA ist deutlich geschwächt

          Ob die ebenfalls nach Uganda entsandten 150 amerikanischen Soldaten aktiv an der Suche nach Kony teilnehmen werden oder lediglich die Bewachung und Wartung der Flugzeuge sicherstellen, war zunächst unklar. Es steht aber zu vermuten, dass mit den Flugzeugen ugandische Soldaten in Stützpunkte der LRA geflogen werden, die teilweise tief im Urwald vermutet werden.

          Der vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zur Fahndung ausgeschriebene Kony und die LRA werden seit geraumer Zeit mit beträchtlichen Mitteln gejagt. Washington hat für seine Ergreifung ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgelobt. Im Sommer 2012 hatte eine amerikanische Aktivistengruppe namens „Invisible Children“ mit dem Internetvideo „Kony 2012“ den Fall des flüchtigen Uganders auf einen Schlag weltweit bekannt gemacht, ohne dass diese Kampagne aber irgendwelche Resultate gezeitigt hätte. Zuletzt hatten mehr als 100 amerikanische Soldaten erfolglos versucht, ugandische Truppen im Urwald der Zentralafrikanischen Republik für die Jagd nach dem Mann zu trainieren.

          Dass die Suche nach dem Massenmörder bislang ergebnislos verlief, hat unter anderem damit zu tun, dass die stark geschwächte LRA (verlässliche Schätzungen gehen von höchstens 300 Kämpfern aus) in verschiedene kleine Einheiten gespalten ist, die untereinander nur über Boten kommunizieren. Zum anderen ist das Rückzuggebiet der LRA extrem unübersichtlich. Mutmaßlich bewegt sich die LRA ausschließlich im Dreiländereck von Zentralafrikanischer Republik, Kongo-Kinshasa und Südsudan. Die Region zählt zu den größten zusammenhängenden Regenwaldgebieten Afrikas.

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