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Überraschender Besuch : Obama bei den Truppen in Afghanistan

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Der amerikanische Präsident Barack Obama verlässt die „Air Force One“ auf dem Militärflughafen „Bagram Air Field“ nahe Kabul Bild: AFP

Der amerikanische Präsident ist überraschend zu einem Besuch in Afghanistan eingetroffen. Zuvor verlautete aus dem Weißen Haus, Obama wolle die Außenpolitik künftig „breiter anlegen“.

          Der amerikanische Präsident Barack Obama ist am Sonntag überraschend zu einem Besuch in Afghanistan eingetroffen. Er landete am Abend auf dem 40 Kilometer nördlich von Kabul gelegenen Isaf-Militärstützpunkt Bagram. Obama würdigte bei seiner Visite die amerikanischen Soldaten, die seit mehr als zwölf Jahren in Afghanistan im Einsatz sind. Geplant sind Treffen mit Armee-Kommandeuren und zivilen Vertreter am Hindukusch. Eine Zusammenkunft mit dem aus dem Amt scheidenden afghanischen Präsidenten Hamid Karzai oder den beiden Kandidaten für die Stichwahl um dessen Nachfolge, dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah und dem ehemaligen Finanzminister Aschraf Ghani, ist hingegen nicht vorgesehen.

          In Afghanistan sind zurzeit noch etwa 32.000 Amerikaner stationiert. Obama will bis zum Jahresende alle Truppen aua dem Land abziehen - bis auf ein Restkontingent, das bei der Ausbildung der afghanischen Streitkräfte und beim Antiterrorkampf helfen soll. Karszai hat aber bisher ein entsprechendes Sicherheitsabkommen nicht unterzeichnet. Er will das seinem Nachfolger überlassen.

          Er wolle vor allem Dank sagen für den Einsatz der Männer und Frauen, sagte Obama am Sonntag in einer Rede vor Soldaten auf dem Stützpunkt Bagram. Er spreche auch für 300 Millionen Amerikaner, die die Truppen in der Heimat unterstützten und Stolz auf ihren Einsatz seien. Mit dem Abzug zum Jahresende sei die Kampfmission der amerikanischen Truppen erfolgreich beendet, sagte Obama unter dem Jubel der anwesenden Soldaten. Er erinnerte an den Beitrag der Armee in Afghanistan zum Anti-Terror-Kampf gegen Al Qaida und bei der Tötung Usama Bin Ladin. Er gedachte auch der etwa 2200 Amerikaner, die bei dem Einsatz am Hindukusch ums Leben kamen.

          In den Vereinigten Staaten wird am Montag der Memorial Day begangen: Die Amerikaner gedenken der Männer und Frauen in Uniform, die im Dienst an der Nation ums Leben gekommen sind. CNN zufolge will Obama mit seinem Besuch hauptsächlich die Verdienste der Streitkräfte unterstreichen.

          Zuvor verlautete in Washington, Barack Obama wolle seine Außenpolitik „breiter“ anlegen und dies am Mittwoch in einer Rede erläutern. Damit solle Kritik begegnet werden, dass Amerika seine Führungsrolle aufgegeben hätte und ohne größeres Konzept von Krise zu Krise zu hüpfe, berichtete die „New York Times“ am Sonntag. Sie berief sich dabei auf einen hohen Regierungsbeamten, der an der geplanten Rede in der Militärakademie West Point mitgearbeitet habe. Demnach plant Obama keine Kursänderung, sondern er will eine Art Rahmen darlegen, der klarmachen solle, dass Amerika mehr zu bieten hätte als spontanes Krisenmanagement. Der Präsident werde bekräftigen, dass es einen Mittelweg zwischen Isolationismus und militärischer Intervention, eine Option zwischen Nichtstun und Truppeneinsätzen gebe.

          „Wir begreifen, dass es eine Menge Fragen nicht nur über unsere Außenpolitik, sondern Amerikas Rolle in der Welt geht“, zitierte die Zeitung Vize-Sicherheitsberater Ben Rhodes. „Die Leute sehen die Bäume, aber wir führen ihnen nicht unbedingt den Wald vor Augen.“ Wie es weiter heißt, will Obama seine Vorstellungen während seiner Europareise Anfang Juni weiter erläutern. Zudem seien auch „spezifische“ Reden von Außenminister John Kerry und Pentagonchef Chuck Hagel geplant.

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