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Nach Corona-Lockerungen : Über hundert Festnahmen bei Demonstrationen in Kasachstan

  • Aktualisiert am

Hier wird demonstriert: Almaty, die Haupstadt Kasachstans Bild: obs

Es handelte sich um die ersten Demonstrationen in Kasachstan seit den von der Regierung verkündeten Lockerungen der Corona-Einschränkungen. Die Menschen fordern einen Schuldenschnitt für die von der Corona-Krise Betroffenen.

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          Bei Protesten Oppositioneller im autokratisch regierten Kasachstan sind mehr als hundert Menschen festgenommen worden. Wie ein AFP-Korrespondent berichtete, nahm die Polizei im Zentrum der größten Stadt des Landes, Almaty, mindestens fünf Demonstranten in Gewahrsam. Augenzeugen zufolge wurden in weiteren Bezirken der Stadt etwa 70 Menschen festgenommen. Dutzende Festnahmen gab es nach Angaben von Journalisten auch in der Hauptstadt Nursultan und im nordwestlichen Uralsk.

          Die Demonstranten in Almaty forderten unter anderem einen Schuldenschnitt für die von der Corona-Krise Betroffenen. Einige Protestteilnehmer kritisierten zudem den wachsenden wirtschaftlichen Einfluss des Nachbarlands China im ölreichen Kasachstan. Viele der Protestrufe wurden von nahegelegenen Desinfektionsarbeiten staatlicher Reinigungskräfte übertönt.

          Es handelte sich um die ersten Demonstrationen in Kasachstan seit den von der Regierung verkündeten Lockerungen der Corona-Einschränkungen. Trotz der Lockerungen hatten die Gesundheitsbehörden die Bürger vor einer Teilnahme an den Protesten gewarnt.

          Zu den Protesten aufgerufen hatten die Oppositionsgruppen Demokratische Wahl Kasachstans (DCK) und die derzeit nicht offiziell registrierte Demokratische Partei. Beide Organisationen beklagen regelmäßig eine Verfolgung ihrer Mitglieder durch die Behörden. Von den kasachischen Behörden werden die DCK sowie ihre Partnerorganisation Kosche Partijasi (Partei der Straße) als extremistisch eingestuft.

          Die Versammlungsfreiheit ist in Kasachstan stark eingeschränkt. Im Mai hatte die Regierung ein neues Versammlungsgesetz erlassen, das die Demonstrationsfreiheit nach UN-Angaben zusätzlich beschränkt.

          isd/cp

          AFP

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