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Über hundert Verletzte : Heftige Explosion erschüttert Kabul

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Die Rauchsäule über der Hauptstadt Bild: dpa

Während im Golfemirat Qatar über eine Beilegung des Konflikts in Afghanistan gesprochen wird, detoniert in Kabul eine Autobombe. Die Taliban stürmen ein Gebäude.

          Bei einem Anschlag im Regierungsviertel von Kabul sind am Montag nach Angaben der Behörden mindestens 100 Menschen verletzt worden, darunter 35 Kinder. Hinweise auf Tote gab es zunächst nicht. Sicherheitskräfte lieferten sich Feuergefechte mit den Angreifern, nachdem während des morgendlichen Berufsverkehrs ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen nahe einer Außenstelle des Verteidigungsministerium explodiert war. Mindestens drei Bewaffnete seien in ein Gebäude eingedrungen, hieß es in Sicherheitskreisen. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Ziel sei die Außenstelle des Verteidigungsministeriums gewesen.

          Der Anschlag ereignete sich während einer neuen Runde der Friedensgespräche zwischen dem amerikanischen Sondergesandten Zalmay Khalilzad und den Taliban in Qatar. Direkte Gespräche mit der afghanischen Regierung lehnen die Taliban bisher ab. Deutschland bemüht sich daher parallel zu den Gesprächen der Vereinigten Staaten, den Weg für Verhandlungen zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung zu ebnen. In Diplomatenkreisen hieß es vergangene Woche, Deutschland versuche, am 7. Juli ein Treffen mit etwa 50 bis 60 afghanischen Vertretern in Doha zu organisieren. Aus dem Auswärtigen Amt verlautete, Deutschland habe sich gemeinsam mit Qatar bereiterklärt, wichtigen afghanischen Akteuren die Veranstaltung einer „innerafghanischen Dialogkonferenz“ vorzuschlagen. Diese könnte den Weg zu Vorgesprächen über innerafghanische Verhandlungen ebnen.

          Deutschland ist mit rund 1200 Soldaten zweitgrößter Truppensteller am Hindukusch nach den Vereinigten Staaten und hatte sich schon früher bereiterklärt, eine Friedenskonferenz für Afghanistan auszurichten, falls es Fortschritte in den Verhandlungen der Amerikaner mit den Taliban geben sollte. Denkbar sei „die Veranstaltung einer weiteren Petersberger Konferenz unter Einschluss der Taliban in einem dafür geeigneten Stadium der Verhandlungen“, hieß es in einem Papier des Auswärtigen Amtes und des Verteidigungsministeriums, das im Februar bekanntwurde. Bei der ersten Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn Ende 2001 hatten afghanische Delegierte nach dem Sturz der Taliban über die Zukunft ihres Landes beraten.

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