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U-Boote für Australien : Eine Lektion in Realpolitik

  • -Aktualisiert am

Wird nun nicht mehr ausgeliefert: Ein französisches Jagd-U-Boot der Barracuda-Klasse in der Version für Australien Bild: dpa

Frankreich und die EU sollten den Streit über AUKUS abhaken und in Asien weiter nach Verbündeten suchen. Ein Land ist da wichtiger als Australien.

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          An der strategischen Lage in Asien ändert die neue U-Boot-Partnerschaft zwischen Australien, den Vereinigten Staaten und Großbritannien erst einmal nicht allzu viel. Die drei angelsächsischen Länder waren schon vorher militärische Verbündete, und Chinas Flotte ist inzwischen die größte der Welt.

          Bis Australien nukleargetriebene U-Boote erhält, werden noch Jahre vergehen, vielleicht Jahrzehnte. Nur wenn das Land in der Zwischenzeit Boote bei den AUKUS-Partnern least, könnte es seine Seestreitkräfte schneller stärken.

          Größere Folgen als im fernen Indopazifik hat das Abkommen leider für das atlantische Bündnis. Da geht es nicht nur um französische Empfindlichkeiten. Wie zuvor schon beim Abzug aus Afghanistan hat Biden ohne Abstimmung gehandelt, er hat einen europäischen Partner regelrecht ausgestochen.

          Das Ernüchternde daran ist, dass es auf dem Feld der maritimen Sicherheit geschah, wo Amerikaner und (EU-)Europäer eigentlich die gleichen Interessen haben. Beim China-Handel sieht das schon etwas anders aus.

          Aber es hilft nichts, man sollte die Sache als eine Lektion in Realpolitik abbuchen. Dass einer nicht Trump ist, macht ihn noch lange nicht zum Multilateralisten nach europäischer Art (schon gar nicht nach deutscher). Macron sucht jetzt eine Allianz mit Indien. Das ist der richtige Weg. Die EU muss ihre Interessen in Asien weiter wahren, Indien ist da sowieso wichtiger als Australien.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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