https://www.faz.net/-gpf-a3y4n

TV-Duell : Moderator frustriert von Chaos-Debatte zwischen Trump und Biden

  • Aktualisiert am

Chris Wallace, Moderator bei Fox News Bild: AP

Chris Wallace von Fox News sagt, er habe nicht mit einer derartigen Entgleisung der TV-Debatte gerechnet. Für das nächste TV-Duell am 15. Oktober soll es neue Regeln geben.

          2 Min.

          Der Moderator Chris Wallace hat sich stark frustriert über den chaotischen Verlauf des ersten Fernsehduells zwischen Präsident Donald Trump und dessen Wahl-Herausforderer Joe Biden geäußert. Er sei „einfach traurig“ darüber, wie die Debatte abgelaufen sei, sagte der Moderator des konservativen Senders Fox News der „New York Times“. Er hätte nie gedacht, dass die Debatte derart „entgleisen“ würde.

          Trump hatte sich nicht an die Debattenregeln gehalten und war Biden immer wieder ins Wort gefallen. Das Rededuell verlief deshalb extrem chaotisch und heftig. Der frühere Vizepräsident reagierte mit scharfen Gegenattacken und rief dem Präsidenten einmal zu, er solle „den Mund halten“. Wallace gelang es nicht, Trump Einhalt zu gebieten.

          „Ich bin ein Profi. Ich habe noch nie so etwas durchgemacht“, sagte der Moderator im Rückblick auf die Debatte. Es war allgemein erwartet worden, dass Trump seinen Widersacher hart und mit persönlichen Beleidigungen attackieren würde. Doch Wallace sagte, er habe nicht damit gerechnet, dass der Präsident dies im gesamten Debattenverlauf tun würde.

          Strategie des Präsidenten

          Er habe im Vorfeld nicht erkannt, dass diese Attacken die Strategie des Präsidenten nicht nur für den Beginn des Rededuells, „sondern für die gesamte Debatte“ sein würden, räumte der Moderator ein.

          Die für die Organisation der Präsidentschaftsdebatten zuständige Kommission kündigte Regeländerungen für die nächsten Rededuelle an. „Die Debatte von gestern Abend hat deutlich gemacht, dass zu dem Format der verbleibenden Debatten zusätzliche Struktur eingeführt werden sollte, um eine geordnetere Diskussion über die Themen sicherzustellen“, erklärte die Kommission.

          Biden bezeichnete am Mittwoch Trumps Auftreten in der Fernsehdebatte als „nationale Peinlichkeit“. Der Präsidentschaftskandidat der oppositionellen Demokraten will dennoch an den verbleibenden zwei TV-Duellen mit dem Präsidenten teilnehmen, wie Bidens Wahlkampfteam ankündigte. Einige Demokraten sowie Medienkommentatoren hatten Biden aufgerufen, die weiteren Fernsehdebatten zu boykottieren.

          73 Millionen Zuschauer

          Auch Trump kündigte an, daran teilnehmen zu wollen. Der Präsident rief sich selber zum Sieger der ersten Debatte aus. Er habe „nach jedem Maßstab leicht gewonnen“, sagte er. Die Debatte wurde nach Einschätzung der Datenanalysefirma Nielsen von 73 Millionen Menschen angeschaut.

          Die beiden verbleibenden Fernsehduelle zwischen Trump und Biden sind für den 15. Oktober und 22. Oktober geplant. Die TV-Debatte der Vizepräsidentschaftskandidaten Mike Pence und Kamala Harris findet am Mittwoch kommender Woche statt. Gewählt wird am 3. November.

          Weitere Themen

          Laufsteg zum Briefkasten

          Wen wählen die Promis? : Laufsteg zum Briefkasten

          Auf Instagram mausert sich der Briefkasten zum beliebten Fotomotiv: Stars und Sternchen fotografieren sich bei der vorzeitigen Stimmabgabe. Aber wen wählen sie, und wie sieht die Unterstützung aus?

          „Wir werden nie wieder ein Lockdown machen“ Video-Seite öffnen

          Trumps Große Versprechen : „Wir werden nie wieder ein Lockdown machen“

          Der Bundesstaat Florida könnte für den Wahlausgang am 3. November eine wichtige Rolle spielen. In dem Bundesstaat gibt es große lateinamerikanische Bevölkerungsgruppen. Die kubanischen Amerikaner im Süden tendieren traditionell zu den Republikanern, die Puerto Ricaner in Zentralflorida eher zu den Demokraten.

          Topmeldungen

          Kapazitätserhöhung in Person: Vanessa Op te Roodt im Labor in Ingelheim

          Immer mehr Corona-Tests : Deutschlands Labore sind am Limit

          Die Labore in Deutschland werten immer mehr Corona-Tests aus und verdienen gut daran. Doch nun schlagen Laborärzte Alarm: Noch mehr Untersuchungen seien unmöglich. Muss die Teststrategie geändert werden?
          Der belgische Premierminister Alexander De Croo informiert die Bürger nach den Beratungen über verschärfte Corona-Maßnahmen am Freitagabend.

          Corona-Spitzenreiter : Belgien scheut den Lockdown

          Belgien hat die höchste Infektionsrate in Europa. Die Maßnahmen werden verschärft, aber einen Lockdown wird es vorerst nicht geben. Aus Sicht von Fachleuten ist das viel zu wenig.
          Der republikanische Senator Lindsey Graham spricht am 17. Oktober auf einer Wahlkampfkundgebung

          Senatswahl in Amerika : Die Angst der Republikaner

          Können die Demokraten Weißes Haus, Repräsentantenhaus und Senat in ihre Hand bringen? Die Republikaner fürchten den Verlust ihrer Mehrheit, weil sogar einst sichere Sitze in Gefahr sind.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.