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TV-Debatte der Demokraten : Biden kämpft um seinen Status

Bei der fünften TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsanwärter ging es vor allem auch um die Anschuldigungen gegen Präsident Trump. Bild: AFP

Bei der fünften Debatte der Demokraten versuchten sich die zentristischen Kandidaten zu profilieren: Joe Biden ist nicht mehr der unumstrittene Favorit. Natürlich ging es dabei auch um das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump.

  • -Aktualisiert am
          5 Min.

          Den Kampf um den lautesten Applaus des Abends gewann der Senator Cory Booker aus New Jersey. Er kritisierte Joe Biden bei der Fernsehdebatte in Atlanta, weil dieser Marihuana nicht legalisieren wolle und es als „Einstiegsdroge“ bezeichnet habe. Für weiße privilegierte Bürger sei Marihuana längst legal, während in den Gefängnissen noch zu viele Schwarze wegen genau dieser Droge säßen. „Da dachte ich, Sie sind selber high“, rief Booker. Biden wusste sich nur zu wehren, indem er sagte, er wolle die Effekte von Marihuana lediglich erforschen lassen, aber alle Strafen wegen Eigenbedarfs aufheben.„Jeder kommt raus, die Akten werden getilgt”, so versicherte er.

          Vier Moderatorinnen um Rachel Maddow leiteten die Debatte für die „Washington Post” und MSNBC. Los ging es mit dem beherrschenden Thema des Tages, den Amtsenthebungsermittlungen gegen Donald Trump. Am Abend nach der öffentlichen Aussage von EU-Botschafter Gordon Sondland bekräftigten die meisten Kandidaten, dass der Präsident des Amtes enthoben werden müsse. Senatorin Elizabeth Warren nahm die Ukraine-Affäre zum Anlass, die „Korruption in Washington“ zu thematisieren. Reiche Männer wie EU-Botschafter Sondland könnten sich Botschaftsposten kaufen. Warren rief dazu auf, diese Praxis zu beenden, die Trump nicht erfunden hat. Sie werde niemandem einen solchen Job geben, der ihr dafür viel Geld spenden wolle.

          Besonders die Kandidaten, die um die politische Mitte und um Wählerinnen außerhalb der großen Städte werben, wollten sich anschließend gegeneinander abgrenzen. In der vergangenen Woche hatte eine Umfrage den Bürgermeister von South Bend in Indiana, Pete Buttigieg, in Iowa an der Spitze der Wählergunst gesehen. Er könne Biden seinen Favoriten-Platz streitig machen, glauben manche Beobachter.

          Krankenversicherung, Reichensteuer und Rassismus

          Buttigieg bemühte sich, diesen Rückenwind zu nutzen. Am Tag nach der Wahl 2020 müsse man das Land „einen“ sagte er. Menschen zu zwingen, ihre private Krankenversicherung aufzugeben, sei „spalterisch“ sagte er in Abgrenzung zu den populären Plänen von Senator Bernie Sanders und Warren, eine gesetzliche Versicherung für alle einzuführen. Eine Reichensteuer, wie sie Warren vorschlägt, lehne er ebenfalls ab – stattdessen sei ein „faires“ Steuersystem vonnöten.

          Buttigieg kam nicht um das Thema Rassismus herum, da er mehrfach hatte zugeben müssen, dass er es in der Zeit als Bürgermeister nicht geschafft habe, die Situation vieler Afroamerikaner zu verbessern. Sein christlicher Glaube sage ihm, dass „Erlösung“ damit zu tun habe, wie er sich nützlich mache für Menschen, die diskriminiert würden, sagte Buttigieg. Er schlug auch einen Bogen zur Diskriminierung, die er als schwuler Mann erlebt habe. In seinem Schlusswort rief er zu einer neuen Bewegung der „Einheit“ auf, der sich auch die Linken anschließen sollten.

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