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Tusk versus Kaczyński : Der letzte Kampf zweier Superschwergewichte

Lange Gegnerschaft: Donald Tusk (links) und Jarowslaw Kaczynski bei einem Fernsehduell im Jahr 2007 Bild: eastway

In Polen treten in Donald Tusk und Jarosław Kaczyński zwei charismatische frühere Regierungschefs gegeneinander an. Den Kampf als Schlammschlacht zu bezeichnen, wäre noch untertrieben.

          5 Min.

          In Polen hat Anfang dieses Monats ein politisches Duell begonnen, für das das Wort „Schlammschlacht“ noch eine Untertreibung wäre. Es geht um mehr: Das Land steht vor dem letzten Kampf seiner zwei Superschwergewichte. Viele Bürger sehen darin auch das letzte Gefecht zwischen „Gut“ und „Böse“ im Land. Am ersten Juliwochenende also ist Donald Tusk nach sieben Jahren in Brüssel auf die heimische Bühne zurückgekehrt. Zugleich hat sein Erzfeind Jarosław Kaczynski sich von seiner Partei im Amt des Vorsitzenden bestätigen lassen. Zwei ehemalige Regierungschefs, jeder auf seine Art charismatisch, treten noch einmal gegeneinander an. Zugleich zwei Parteigründer, deren liberale PO („Bürgerplattform“, unter Tusk) beziehungsweise nationalkonservative PiS („Recht und Gerechtigkeit“, unter Kaczynski) seit etwa 15 Jahren die zwei dominierenden Kräfte im Lande sind.

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Tusk hat vor seiner Brüsseler Zeit sieben Jahre lang Polen regiert, länger als irgendjemand sonst nach dem Ende der Diktatur 1989. Unter Tusk war Polen das einzige EU-Land, das ohne Rezession durch die globale Finanzkrise kam. Danach war er EU-Ratspräsident, seit 2019 ist er EVP-Chef. Ein Amt, das er vorzeitig abgeben will, weil ihn jetzt die PO an die Spitze geholt hat. Polens Liberale, jahrelang verzweifelt, kraft- und konzeptlos zugleich, scheinen sich berappelt zu haben. Sie schenkten auf dem Parteikongress Tusk einstimmig ihr Vertrauen.

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