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Turkmenistan leugnet Pandemie : Zahl der Infizierten: Natürlich null

Der Schein zählt: 2011 ließ Gurbanguly Berdymuchammedow die „Turkmenische Glückswoche“ ausrichten. Bild: dapd

Laut dem turkmenischen Alleinherrscher gibt es im Land keinen einzigen Erkrankten. Das Wort „Coronavirus“ ist tabu. Kein Wunder: Hinter den Kulissen sieht es düster aus.

          3 Min.

          Für den Weltgesundheitstag am Dienstag war im zentralasiatischen Turkmenistan ein Freudenfest des Sports geplant, mit dem Massenfahrradfahren Tausender Turkmenen als Höhepunkt. Im internationalen Vergleich mag das angesichts der Gefahren durch das neuartige Coronavirus unangebracht wirken. Aber im Reich des Alleinherrschers Gurbanguly Berdymuchammedow, der seinen gut 5,8 Millionen Untertanen unter anderem als Musiker, Sportler, Pferde- und Pflanzenfachmann voranschreitet, soll Misere keine Heimstätte haben. Nachbarländer wie Kasachstan, Usbekistan und Afghanistan haben mittlerweile Dutzende Corona-Fälle gemeldet, Iran im Südwesten gar Zehntausende Infektionen und einige tausend Tote.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Turkmenistan hat dagegen bisher als eines von wenigen Ländern der Welt noch keinen einzigen Fall gemeldet; Medienberichte über mindestens zwei Infizierte in der Hauptstadt Aschgabat Anfang März haben die Behörden zurückgewiesen. Wer von der Pandemie spricht, dem droht Arrest. Das Leugnen hat Tradition; Turkmenistan behauptet beispielsweise auch, niemand im Land sei mit dem HI-Virus infiziert.

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