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Tunesien und Algerien : Noch mehr Tote und Verletzte

  • -Aktualisiert am

Algerische Polizisten stehen am vergangenen Freitag Demonstranten in Algier gegenüber Bild: AFP

Am Wochenende sind die Unruhen in den Maghrebstaaten abermals eskaliert. In tunesischen Grenzorten zu Algerien wurden bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften mindestens acht Menschen getötet.

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          Der blutige Aufruhr in den Maghrebstaaten Tunesien und Algerien ist am Wochenende abermals eskaliert. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kamen in tunesischen Grenzorten zu Algerien nach Angaben der Regierung mindestens acht, nach Darstellung von Oppositionellen dagegen mehr als dreißig Menschen ums Leben. Hinzu kämen zahlreiche zum Teil schwer Verletzte auf beiden Seiten. In Algerien kam es derweil während der Beerdigung eines durch Schüsse der Polizei getöteten 18 Jahre alten Demonstranten zu Kundgebungen von mehreren tausend Personen.

          Innerhalb von fünf Tagen seit dem Ausbruch der „Brotrevolte“ in dem nordafrikanischen Land sollen fünf Menschen getötet und mehr als achthundert verletzt worden sein. Wenig übersichtlich ist das Bild auch in Tunesien, wo die Auseinandersetzungen schon vor drei Wochen begannen, als ein junger Informatiker, dessen Gemüsestand mangels Genehmigung von den Behörden geschlossen wurde, sich selbst verbrannte und wenige Tage später starb.

          Das Innenministerium nannte zuletzt eine Gesamtzahl von 14 Todesopfern. Der Vorsitzende der Demokratischen Fortschrittspartei Ahmed Chebbi - seine Gruppierung zählt zu den offiziell zugelassenen regimenahen kleinen Parteien - sprach hingegen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von „mindestens zwanzig“ und forderte Präsident Ben Ali auf, den Schießbefehl für die Polizei zurückzuziehen.

          Ben Ali versprach mehr Arbeitsplätze

          Ben Ali, der das Land seit einem Vierteljahrhundert beherrscht, ließ sich im Anschluss an eine Konferenz des Ministerrats im Fernsehen zeigen und versprach vor allem den unzufriedenen Jugendlichen des Landes mehr Arbeitsplätze. In mehreren Regionen ließ er Armee-Einheiten „zum Schutz öffentlicher Gebäude“ stationieren. Die Soldaten griffen bislang angeblich jedoch noch nicht in die Auseinandersetzungen ein. Während in Algerien die Regierung angekündigte Preiserhöhungen für Zucker und Öl zurücknahm und die Lage sich daraufhin am Montag etwas zu beruhigen schien, riefen Teile der tunesischen Einheitsgewerkschaft für den gleichen Tag zu Streiks auf.

          Die Lehrer bereiteten derweil Protestdemonstrationen vor und verlangten in einer Mitteilung „das Ende der Repression durch die Regierung“. Nachdem es in dem Land zu angeblich mindestens drei weiteren Selbstmordversuchen von Jugendlichen gekommen war, meldete sich auch Mufti Omar Batikh als höchste muslimische Autorität Tunesiens zu Wort und sagte, die Religion verbiete den Suizid.

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