https://www.faz.net/-gpf-aeaau

Staatskrise in Tunesien : Das Ende des arabischen Frühlings?

Auf den Straßen in Tunis wird die Entlassung des Ministerpräsidenten Mechichi durch den tunesischen Präsidenten Saied gefeiert. Aber wie lange noch? Das Bild stammt vom 25. Juli. Bild: dpa

War es ein Putsch? Dann hätte die Front der Autokraten gewonnen und stünde auch Tunesien ein Ende des Arabischen Frühlings bevor.

          3 Min.

          Das kleine Tunesien muss seit zehn Jahren eine große Last schultern. In dem nordafrikanischen Land fand Ende 2010 die ursprüngliche Erschütterung statt, deren Schockwellen in kurzer Zeit den gesamten Nahen und Mittleren Osten erfassten und Massenproteste ungeahnten Ausmaßes hervorriefen. Tunesien ist aber auch das einzige arabische Land, in dem dieses länderübergreifende Beben nachhaltige Veränderungen zum Besseren zur Folge hatte, jedenfalls mit Blick auf die Einführung demokratischer Strukturen.

          Die Ben-Ali-Diktatur wurde durch ein System ersetzt, das in der Praxis konsensorientiert war. Es musste einige schwere Krisen überstehen, aber der Wille zur Zusammenarbeit erwies sich immer wieder als stark. Vier zivilgesellschaftliche Organisationen wurden dafür 2015 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Markus Söder beim Parteitag der CSU in Nürnberg

          CSU-Chef im Wahlkampf : Markus Söder, der Antibayer

          Ganz Deutschland, so sagen es die Umfragen, hätte lieber Markus Söder als Armin Laschet zum Kanzler. Ganz Deutschland? Nein, die Bayern mögen ihn nicht.